Corona im MK

Auch zwei Wochen nach Ausbruch: Viele Neuinfektionen in Seniorenheim im MK

Im Haus Versetal wurden in dieser Woche alle Bewohner und Mitarbeiter nochmals auf das Coronavirus getestet. Dabei wurden fünf Neuinfektionen unter den Bewohnern und vier Neuinfektionen unter den Mitarbeitern festgestellt.
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Im Haus Versetal wurden in dieser Woche alle Bewohner und Mitarbeiter nochmals auf das Coronavirus getestet. Dabei wurden fünf Neuinfektionen unter den Bewohnern und vier Neuinfektionen unter den Mitarbeitern festgestellt.

Das Coronavirus hat das Seniorenzentrum Haus Versetal in Werdohl weiterhin fest im Griff. Auch rund zwei Wochen nach dem ersten Auftreten der Krankheit in der in privater Trägerschaft geführten Einrichtung ist die Zahl der Infizierten unverändert hoch.

Werdohl - 24 Bewohner und acht Mitarbeiter seien positiv auf eine Infektion mit dem Sars-Cov-2-Virus getestet worden, hatte Pflegedienstleiter André Sikora am 25. Januar auf Nachfrage der Redaktion bestätigt. Das Gesundheitsamt hatte daraufhin ein Besuchsverbot und ein Aufnahmestopp angeordnet. Am Montag wurden Bewohner und Mitarbeiter noch einmal auf eine Infektion mit dem Sars-Cov-2-Virus getestet.

Fünf Neuinfektionen unter den Bewohnern

Dabei seien fünf Neuinfektionen unter den Bewohnern und vier Neuinfektionen unter den Mitarbeitern festgestellt worden, teilten die Pressestelle des Märkischen Kreises und Pflegedienstleiter Sikora am Mittwoch auf Nachfrage übereinstimmend mit. Insgesamt seien nun 24 Bewohner und neun Mitarbeiter infiziert. Für eine weitere Person aus der Belegschaft, die als Kontaktperson gelte, sei ebenfalls eine Quarantäne angeordnet worden.

Erst am Dienstag hatte Ursula Erkens, Pressesprecherin des Kreises, mitgeteilt, dass 16 Personen aus dem Haus Versetal als nicht mehr Infizierte aus der Corona-Statistik herausgefallen seien. Damit hätte sich die Zahl der Infizierten in der Einrichtung gegenüber der Situation vor knapp zwei Wochen eigentlich reduzieren müssen. Tatsächlich ist die Gesamtzahl der Infizierten aber sogar um eine Person gestiegen. Erkens verwies allerdings darauf, dass es sich um ein „dynamisches Geschehen“ handele, sich also ständig Personen neu infizieren, während andere die Infektion überwunden haben.

Eine Seniorin muss im Krankenhaus behandelt werden

Von den infizierten Bewohnern habe bislang eine Frau zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden müssen, berichtete Pflegedienstleiter Sikora. Sie habe allerdings schon vor der Infektion mit dem Virus „schwerste Grunderkrankungen“ gehabt und sei palliativ versorgt worden. Die übrigen infizierten Senioren mit leichteren Symptomen würden nach wie vor im Seniorenzentrum versorgt, seien aber von den nicht infizierten Bewohnern getrennt. „An der Isolation haben die natürlich alle zu knacken“, beschrieb Sikora die Stimmung im Haus.

Um das Virus nicht noch weiter in der Einrichtung zu verbreiten, seien mit den verbliebenen Mitarbeitern zwei Teams gebildet worden, beschrieb Sikora, wie das Haus Versetal mit der Situation umgeht. Während sich ein Team unter Einhaltung strenger Schutz- und Hygienemaßnahmen ausschließlich um die auf alle drei Wohnbereiche verstreuten Infizierten kümmere, übernehme das andere Team die Versorgung der nicht infizierten Bewohner. Das gelte für alle drei Schichten, sagte Sikora.

Arbeitsbereiche strikt voneinander getrennt

Außerdem seien die Arbeitsbereiche der Mitarbeiter strikt voneinander getrennt worden. Dass sich dennoch Beschäftigte aus den unterschiedlichsten Bereichen – von der Reinigungskraft über das Küchenpersonal bis zum Pfleger – mit dem Virus infiziert hätten, könne man sich nicht erklären, meinte Sikora. Es spreche aber viel dafür, dass sich auch Mitarbeiter außerhalb des Seniorenzentrums mit dem Virus infiziert hätten.

Am Donnerstag, 4. Februar, würde normalerweise das Besuchsverbot und der Aufnahmestopp für das Haus Versetal enden. Unter den aktuellen Bedingungen ist kaum davon auszugehen, dass das Gesundheitsamt des Kreises diese Beschränkungen nun einfach aufhebt. Vielmehr dürften sie noch einmal verlängert werden, bis sich die Situation in der Einrichtung deutlich entspannt hat.

Dienstag soll geimpft werden

Für kommenden Dienstag, 9. Februar, ist der zweite Impftermin für die Bewohner und Mitarbeiter des Seniorenzentrums im Versetal terminiert. Daran werde zunächst weiter festgehalten, sagte Pflegedienstleiter Sikora. „Wir sind im Austausch mit dem Impfarzt“, berichtete er. Ob dann tatsächlich alle Personen wie geplant ihre zweite Corona-Schutzimpfung erhalten könnten, bleibe abzuwarten.

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