Auch Werdohl beim Tag der Architektur dabei

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Ralf und Jutta Fiebig präsentieren zum Tag der Architektur 2018 eine „Büro-Box“, die sie für ihr eigenes Planungs- und Architekturbüro gebaut haben.

Werdohl - In 110 Städten und Gemeinden Nordrhein-Westfalen stellen Architekten und Planer am 23. und 24. Juni 254 Bauwerke aller Art der Öffentlichkeit vor. Auch das Planungs- und Architekturbüro Fiebig aus Kleinhammer nimmt an diesem sommerlichen Architektur-Event teil.

Es wird zwei Objekte in Werdohl vorstellen. Der Tag der Architektur bietet in jedem Jahr die Gelegenheit, neue und erneuerte Architektur vor Ort zu erleben und mit Architekten und Bauherren ins Gespräch zu kommen. Das bundesweite Motto für den Tag der Architektur greift in diesem Jahr auch das Europäische Kulturerbejahr auf, das die EU für 2018 ausgerufen hat. Engagement, Schutz, Nachhaltigkeit und Innovation sind die vier Säulen, unter denen die EU die Ziele bündelt. „Viele der gezeigten Bauwerke belegen, dass Architektur die Lebensqualität in den Städten und Gemeinden maßgeblich beeinflusst, dauerhafte Werte schafft und für die Menschen eine identitätsstiftende Wirkung entfalten kann“, unterstreicht Ernst Uhing, der Präsident der Architektenkammer NRW. 

Der Tag der Architektur spiegelt stets auch gesellschaftliche Entwicklungen wider. Gemeinschaftswohnprojekte, Barrierefreiheit, Umnutzungen sind einige der zentralen Themen, die sich an den Bauten ablesen lassen. Für die Besucher ist der Tag damit eine wichtige Inspirationsquelle. Die Werdohler Architektin und Diplom-Ingenieurin Jutta Fiebig und Ehemann, Bauleiter Ralf Fiebig, werden einen Büroneubau präsentieren, den sie innerhalb von nur acht Wochen für sich selbst errichtet haben. „Büro-Box“ nennen sie den aufgeständerten Baukörper an der Grabenstraße in Kleinhammer. 

Idee aus der Not heraus geboren 

Die Idee zu diesem ebenso schlichten wie kompakten Gebäude ist ein wenig aus der Not heraus geboren: „Wir mussten unsere bisherigen, angemieteten Räume verlassen und haben keine adäquate Alternative gefunden“, beschreibt Jutta Fiebig die Ausgangssituation. Dann habe sich die Möglichkeit ergeben, die Restfläche auf dem ehemaligen Sägewerksgelände Solzbacher in Kleinhammer zu bebauen: ein langes, schmales Grundstück, eigentlich nicht besonders attraktiv. 

Doch die Fiebigs fanden dafür die passende Lösung, die schlicht, einfach und obendrein kostengünstig sein sollte. Damit folgten die Fiebigs auch ihrer eigenen Firmenphilosophie, die eine klare, funktionale, moderne Architektur mit kostengünstigen Konzepten und Lösungen vorsieht. Sie entwarfen einen kubischen Baukörper, perfekt auf dieses besondere Grundstück zugeschnitten. Errichtet wurde der Neubau in Holzrahmenbauweise mit Putzfassade und großzügiger Verglasung, was auch dazu führte, dass er nach nur acht Wochen Bauzeit bezugsfertig war. Das offene Raumkonzept mit 100 Quadratmetern Nutzfläche bietet nun Platz für bis zu sechs Arbeitsplätze, einen Besprechungsraum mit Meetingpoint und die notwendigen Nebenräume. Die Rampe als Zugang macht das Gebäude zudem barrierefrei. 

Auch eine Wohnnutzung ist möglich

Das an die Containerbauweise angelehnte Architekturkonzept eigne sich übrigens nicht nur für eine solche „Büro-Box“, sagt Jutta Fiebig. „Auch eine Wohnnutzung wäre möglich“, betont sie mit Blick auf den flexiblen Grundriss. Zu besichtigen ist die minimalistische „Büro-Box“ (Grabenstraße 8 a) am Samstag, 23. Juni, zwischen 15 und 18 Uhr. 

Am Tag darauf, am Sonntag, 24. Juni, können Interessierte dann zwischen 14 und 17 Uhr das Nachbarschaftshilfezentrum (NHZ) der Wohnungsgesellschaft Werdohl auf der Königsburg besichtigen. Diese Wohnanlage in einem kompakten, segmentförmigen Baukörper hat ebenfalls das Architekturbüro Fiebig geplant. Die Anlage bietet Platz für 21 barrierefreie Seniorenwohnungen, die über Laubengänge erreicht werden können, und für eine Pflegewohngruppe mit acht Appartements angelegt ist. Das NHZ (Oststraße 35) wurde erst vor einem halben Jahr bezogen, ist aber noch nicht vollständig belegt.

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