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„Sehe Synergien“: Homeoffice soll erhalten bleiben

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Von: Carla Witt

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Homeoffice
Arbeiten von zuhause aus: Werdohler Unternehmen und die Stadtverwaltung haben gute Erfahrungen mit dem Homeoffice gemacht. © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa/Illustration

Ab dem 20. März endet die Homeoffice-Pflicht. Dann sind Unternehmen nicht mehr verpflichtet, ihren Mitarbeitern die Heimarbeit ermöglichen zu müssen. Doch im Märkischen Kreis gibt es einige Unternehmen, die das Homeoffice nicht nur nicht abschaffen wollen - manche wollen es gar ausbauen.

Werdohl - Denn viele Werdohler Unternehmer hätten gute Erfahrungen damit gemacht, dass ihre Beschäftigten von zuhause aus arbeiten. Sie wollen ihren Mitarbeitern diese Möglichkeit auch weiterhin anbieten.

Die Beschäftigten der Stadt Werdohl sollen ebenfalls weiterhin im Homeoffice arbeiten können. „Es ist ja leider davon auszugehen, dass das Ende der Homeoffice-Pflicht nicht auch das Ende der Pandemie ist“, sieht Personalchef Reinhard Haarmann ganz klar weiterhin die Notwendigkeit, nicht alle Mitarbeiter im Rathausgebäude aufeinandertreffen zu lassen. Zudem berichtet Haarmann von positiven Erfahrungen mit dem Homeoffice. Dass Beschäftigte weniger motiviert sein könnten, wenn sie von zuhause aus arbeiten, habe er nicht festgestellt, im Gegenteil: „Ich sehe da durchaus Synergien.“

Da gerade im Rathaus auch der Publikumsverkehr eine Rolle spielt, könnten natürlich nicht alle der etwa 90 dort Beschäftigten von zuhause aus arbeiten. Auch müssten die sensiblen Daten im Netzwerk der Stadt bestmöglich geschützt werden. In dieser Beziehung sei die Stadt von den Homeoffice-Lösungen abhängig, die der kommunale IT-Dienstleister Südwestfalen IT anbiete. „Momentan arbeiten wir mit Sticks, die in den Rechner gesteckt werden können und auch von zuhause aus einen sicheren Zugang zum System gewährleisten“, erklärt Haarmann. Nach einer entsprechenden Umfrage in den Abteilungen habe man 30 Sticks bestellt. „Sie kommen momentan auch alle zum Einsatz.“

Schon bevor das Coronavirus auch den beruflichen Alltag vieler Menschen auf den Kopf gestellt hat, habe man sich bei VDM mit dem Thema „Homeoffice“ beschäftigt. Darauf weist Unternehmenssprecher Philipp Verbnik hin: „Seit 2018 besteht bereits eine Konzernbetriebsvereinbarung ,mobiles Arbeiten’, nach der eine individuelle Vereinbarung zum mobilen Arbeiten getroffen werden kann, wenn dies mit der Arbeitsaufgabe vereinbar ist.“

Um innerbetriebliche Infektionsketten zu vermeiden, sei dann seit Beginn der Pandemie überall dort mobil gearbeitet worden, wo es aus betrieblicher Sicht möglich gewesen sei. Verbnik: „Die Erfahrungen mit dem mobilen Arbeiten waren durch die Bank positiv.“

Heiko Zahn, Geschäftsführer der Kracht GmbH, geht noch einen Schritt weiter: „Auf gar keinen Fall werden wir unseren Mitarbeitern das Homeoffice verbieten, wir weiten es eher noch aus. Corona war in dieser Beziehung erst der Anfang. Es geht ja mit der gesperrten Autobahnbrücke weiter.“ Die Mitarbeiter des Pumpenherstellers wohnen unter anderem im oder am Rande des Ruhrgebiets. „In Schwerte, Hagen und Essen“, berichtet Zahn.

Es habe schon einige Kündigungen gegeben, weil die Beschäftigten nicht bereit seien, die nun deutlich verlängerte Fahrtzeit auf Dauer täglich in Kauf zu nehmen. „Deshalb richten wir nun auch zusätzliche Homeoffice-Arbeitsplätze ein.“ Gerade für die Beschäftigen in der Konstruktion sei das mit enormen Kosten verbunden, weil besonders leistungsfähige Rechner quasi doppelt benötigt würden. Zahn: „Aber uns ist wichtig, dass unsere Mitarbeiter bleiben.“

Aus diesem Grunde seien auch die Arbeitszeiten aufgeweicht worden. „Unsere Beschäftigten können im Prinzip zwischen 6 und 18 Uhr arbeiten. So, wie sie das für richtig halten.“ Bisher habe man bei Kracht mit der Arbeit aus dem Homeoffice und der flexiblen Arbeitszeit sehr gute Erfahren gemacht. „Wenn die Mitarbeiter zufrieden sind, dann wirkt sich das auch positiv auf ihre Arbeit aus.“

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