Schließungsdebatte

Auch CDU legt sich fest: Für diese Schule dürfte am Montag wohl das Aus kommen

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Der CDU-Fraktionsvorstand mit ihrem Chef Stefan Ohrmann (rechts) nahm die Schulleitungen von Realschule und AEG gestern Abend nach einer ausführlichen Erläuterung des Abstimmungsverhaltens in die Mitte.

Werdohl - Die CDU-Fraktion wird am Montag im Rat mehrheitlich für die Weiterführung der Albert-Einstein-Gesamtschule stimmen. Damit dürfte feststehen, dass der Rat am Montag mehrheitlich das Auslaufen der Realschule beschließen wird.

Stefan Ohrmann, der Vorsitzende der CDU-Fraktion, erläuterte diese Entscheidung am Mittwochabend ausführlich. Dazu waren die beiden Schulleitungen – Christiane Langs-Blöink und Michael Stemski von der Realschule und Sven Stocks von der Gesamtschule – in die Freibadgaststätte eingeladen worden. 

Vor der vollständig versammelten CDU-Fraktion ergriff anschließend Langs-Blöink das Wort: „Möglicherweise sind jetzt die Tage der Realschule gezählt.“ Das fühle sich wie ein Scheitern an. Konrektor Stemski sagte: „Jetzt rechnen wir uns keine großen Chancen mehr aus.“ An der Realschule werde große Betroffenheit herrschen. 

Dreiseitige Erklärung verlesen

Ohrmann verlas am Rednerpult eine dreiseitige Erklärung, erst im letzten Satz verkündete er die Entscheidung: „Eine Mehrheit der Mitglieder unserer Fraktion wird dabei die Aufrechterhaltung des Angebotes einer Gesamtschule befürworten.“ Grundsätzlich lege die CDU-Fraktion Wert darauf, ein einheitliches Meinungsbild zu entwickeln und nach außen zu vertreten. Das Meinungsbild der Werdohler Bevölkerung sei allerdings durchmischt, sogar innerhalb von Familien gebe es unterschiedliche Meinungen. 

Dieses „heterogene Meinungsbild“ spiegele sich auch in der CDU-Fraktion wieder. Deshalb sei man überein gekommen, ausnahmsweise nicht einheitlich abzustimmen. Dieses differenzierte Meinungsbild werde die CDU am Montag im Rat weitergeben. 

Mehrheit "eher knapp"

Die Mehrheit, die sich für den Erhalt der Gesamtschule aussprechen werde, sei eher knapp gewesen. Ohrmann im Nachsatz: „Aber es ist eine Mehrheit.“ Da sich die SPD schon lange auf den Erhalt der Gesamtschule festgelegt hat und die WBG ihre Entscheidung mit vier zu einer Stimme pro Realschule vor einiger Zeit gegenüber dieser Zeitung erklärte, dürfte die Entscheidung am Montag im Rat mit Mehrheit für die Gesamtschule ausfallen. Die FDP hat sich nicht öffentlich festgelegt. Rechenspiele seien angesichts dieser Situation nicht mehr nötig, ließ sich gestern Abend aus ersten Reaktionen heraushören. 

Ohrmann hatte in seiner Erklärung zunächst alle bekannten Entscheidungsmöglichkeiten und Szenarien durchgespielt und detalliert vorgestellt. Den an die CDU gerichteten SV-Kommentar „Bitte keine hasenherzige Entscheidung“ wies Ohrmann zurück. Die CDU habe nicht die Entwicklung der Gesamtschule vernachlässigt. In den letzten zehn Jahren seien etwa 50 Euro pro Quadratmeter an Investitionen in die Realschule geflossen, in die Gesamtschule 154 Euro. 

100 Anmeldungen müssen erreicht werden

Auf dem Kollegium der Gesamtschule laste eine große Erwartungshaltung, sagte Ohrmann in Richtung AEG-Schulleiter Sven Stocks. „Sie haben eine riesige Verantwortung, 100 Eltern für die Eingangsklassen zu gewinnen.“ Die Bezirksregierung, die die Stadt erst aufgrund zu geringer Schülerzahlen an der AEG zu dieser Entscheidung gezwungen hatte, setzte bekanntlich die Zahl von dauerhaft 100 Anmeldungen als unumstößliche Hürde für den Weiterbetrieb der Gesamtschule

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