Arnold Menshen ist gestorben

So kannte man Arnold Menshen, hier bei seinem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt.

WERDOHL ▪ Im Alter von 85 Jahren ist in der Nacht auf Heiligabend der Werdohler Ehrenbürger und Unternehmer Arnold Menshen verstorben.

Zu seinem 80. Geburtstag am 6. August 2008 schrieb Redakteur Rainer Kanbach im Süderländer: „Wer von Arnold Menshen spricht, hört oder liest, der weiß: Er ist das klassische Beispiel für die Verwirklichung des amerikanischen Traums im Sauerland.“ Sein erstes Geld verdiente er sich noch als Kind als Zeitungsträger beim Süderländer Volksfreund. Sein beruflicher Höhenflug begann Anfang der fünfziger Jahre, als er nach seiner Tätigkeit bei der Werdohler Firma Huppertz 1953 seinen eigenen Schrotthandel am Kettling eröffnete. Sieben Jahre später erwarb er von seinem Schwiegervater Otto Kracht die Firma Stauffenberg. Damit war in geschäftlicher Hinsicht der Durchbruch geschafft. Aus diesen Anfängen entwickelte sich bis heute ein weltweiter Firmenverbund, getragen durch die Familienholding „Lukad“. Der Name Lukad setzt sich aus den Vornamen der federführenden Familienmitglieder zusammen: L (Lutz), U (Ursula), K (Knut), A (Arnold) und D (Dorle). Die Inhaberfamilie steht für Verbindlichkeit, Langfristigkeit und damit für Sicherheit. Die enge Verbundenheit zwischen der Inhaberfamilie und den Unternehmen findet sich in der Unternehmensphilosophie wieder.

Zu Lukad gehören der Hydraulikspezialist Stauff, Kunststoffverpackungen Georg Menshen, A. Menshen Entsorgung und Kunststoffverarbeitung Reuter. Die Gruppe beschäftigt mit ihren Unternehmen weltweit 2400 Mitarbeiter an 47 Standorten in 19 Ländern. Menshen hatte schon vor einigen Jahren die Verantwortung an seine Söhne und die Familie übergeben.

Am 28. Mai 2004 wurde Menshen im Alter von 75 Jahren die Ehrenbürgerschaft der Stadt Werdohl verliehen. In der Urkunde zur Verleihung des Ehrenbürgerrechts hieß es: „Als Unternehmer gestaltete er über Jahrzehnte hinweg die industrielle Entwicklung maßgeblich positiv mit und schuf dabei aus ‘kleinsten Anfängen’ eine erhebliche Zahl von Arbeitsplätzen. Durch seinen weit über das übliche Maß hinaus gehenden Einsatz für die Stadt Werdohl und ihre Bürgerinnen und Bürger hat er sich hohe Anerkennung erworben.“

Der damalige Bürgermeister Wolf verwies auf die imponierende Lebensleistung Menshens und die Tatsache, dass er dabei immer die Bodenhaftung behalten habe.

Arnold Menshen war generös und spendabel, ohne dabei seine Person oder sein Schaffen in den Vordergrund zu stellen. Menshen, der zuletzt in Neuenrade lebte, unterstützte das Leben in der Stadt finanziell auf vielfältige und oft nicht sichtbare Art und Weise. Diese Wohltätigkeit trug er nie vor sich her. Vieles in seinem gemeinnützigen Tun ist unbekannt geblieben.

Mit Arnold Menshen verliert die Stadt Werdohl einen wahrhaft großen Mann und den letzten lebenden Ehrenbürger.

Von Volker Heyn

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