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Arbeitsmarkt: Rahmenbedingungen ändern sich in Werdohl

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Von: Markus Wilczek

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In Werdohl ging die Zahl der Arbeitslosen im April weiter zurück.
In Werdohl ging die Zahl der Arbeitslosen im April weiter zurück. © Markus Scholz

Mit etwas zeitlicher Verspätung hat auch in Werdohl die Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt eingesetzt. War die Zahl der Arbeitslosen im März nur geringfügig zurückgegangen, sehen die Zahlen für den April deutlich besser aus.

Werdohl – So vermeldete die Agentur für Arbeit am Dienstag einen Rückgang um 34 Personen (-3,9 Prozent). Damit waren zuletzt noch 838 Werdohler ohne Job. Im Vergleich zum April des Vorjahres sank die Zahl der Arbeitslosen um 221 Personen (-20,9 Prozent). Damals waren 1059 Werdohler arbeitslos. Auch kreisweit setzte sich im April die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt fort. Insgesamt waren zuletzt 13 659 Personen arbeitslos, 162 weniger als im Vormonat und 2695 weniger als im April 2021.

„Seit Beginn des Jahres ist die Arbeitslosigkeit kontinuierlich gesunken. Auch in diesem Monat ist die Zahl der Arbeitslosen zurückgegangen und liegt damit im saisonal üblichen Verlauf“, sagt Sandra Pawlas, Chefin der Arbeitsagentur in Iserlohn, die auch für den Bezirk Werdohl zuständig ist. Der Arbeitslosenbestand entwickele sich positiv und liege auf dem Niveau von April 2018. Damals waren 13 626 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet.

Kreisweit lag die Arbeitslosenquote im April bei noch 6,0 Prozent und damit um 1,2 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Auch für den Arbeitsagenturbezirk Werdohl, der neben der Stadt an Lenne und Verse noch Neuenrade umfasst, ging die Arbeitslosenquote im vergangenen Jahr zwar um 1,5 Prozentpunkte zurück, lag mit 7,3 Prozent zuletzt aber noch immer deutlich über dem Kreisschnitt. Der heimische Agenturbezirk bleibt damit auch das Schlusslicht vor Lüdenscheid (6,7 Prozent) und Iserlohn (6,5 Prozent).

Im Augenblick reagiert der heimische Arbeitsmarkt auf sich erschwerende Rahmenbedingungen und trotzt ihnen.

Sandra Pawlas, Chefin der Agentur für Arbeit Iserlohn

Der Stellenmarkt ist kreisweit weiterhin in Bewegung. So meldeten Unternehmen aus der Region im April insgesamt 1130 sozialversicherungspflichtige Stellen (+197 zum Vormonat). „Besonders viele Stellen wurden im verarbeitenden Gewerbe und in der Zeitarbeit gemeldet, darüber hinaus auch im Handel und im Gesundheitswesen“, sagt Pawlas. Im Bestand befanden sich zum Monatsende 5622 offene Stellen, 154 mehr als im Vormonat und 1720 mehr als im Vorjahresmonat.

Deshalb blickt Agenturchefin Pawlas insgesamt auch optimistisch voraus auf die kommenden Monate: „In diesem Monat haben uns die Unternehmen der Region wieder mehr als 1100 sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet. Das zeigt einmal mehr, wie widerstandsfähig der heimische Arbeitsmarkt reagiert. Noch im März, unter den ersten Eindrücken des Ukraine-Krieges, gingen die Stellenmeldungen deutlich zurück, erholten sich aber im Laufe des Aprils kräftig und liegen nun wieder im saisonalen Trend.“

Vielfach könnten konjunkturelle Veränderungen bei den Stellenzugängen unmittelbar abgelesen werden. So seien beispielsweise mit Beginn der Corona-Pandemie schlagartig im April 2020 mehr als 600 Arbeitsstellen (-52,5 Prozent) weniger gemeldet worden als in dem Monat zuvor. „Im Augenblick reagiert der heimische Arbeitsmarkt auf sich erschwerende Rahmenbedingungen und trotzt ihnen“, resümierte Sandra Pawlas auch mit Blick auf den Krieg in der Ukraine und mit diesem verbundene Preissteigerungen in vielen Bereichen. „Insgesamt zeigt sich der Arbeitsmarkt im Märkischen Kreis sehr beständig: Beschäftigung, offene Stellen und Arbeitslosigkeit liegen auf gutem stabilem Niveau, was die Tendenzen für die kommenden Wochen prägen dürfte.“

Darüber hinaus bleibt allerdings abzuwarten, ob Materialengpässe, Lieferausfälle und Preisanstiege bestehen bleiben und die Entwicklungen eintrüben können.

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