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Arbeitsmarkt: Frühjahrsbelebung bleibt in Werdohl noch aus

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Von: Markus Wilczek

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In Werdohl ging die Arbeitslosigkeit im März nur minimal zurück.
In Werdohl ging die Arbeitslosigkeit im März nur minimal zurück. © Ralf Hirschberger

Kreisweit kam es auf dem Arbeitsmarkt im März zu einer deutlichen Frühjahrsbelebung. Während Sandra Pawlas, Geschäftsführerin der heimischen Agentur für Arbeit von „rekordverdächtig niedrigen Arbeitslosenzahlen im Märkischen Kreis“ spricht, ging die Arbeitslosigkeit in Werdohl nur geringfügig zurück.

So waren im März 872 Werdohler ohne Job. Das sind sechs Personen weniger (-0,7 Prozent) als im Vormonat. Verglichen mit den März-Zahlen des Vorjahres ist die Entwicklung allerdings deutlich erfreulicher. Binnen zwölf Monaten reduzierte sich die Zahl der Arbeitslosen in der Stadt an Lenne und Verse um 195 (-18,3 Prozent), nachdem sie im März noch sehr deutlich jenseits der 1000er-Marke gelegen hatte.

Im gesamten heimischen Agenturbezirk Werdohl, der auch Neuenrade umfasst, haben seit März 2021 sogar 236 Personen mehr einen Job. Damit ging die Arbeitslosenquote um 1,5 Prozentpunkte auf jetzt 7,5 Prozent.

Werdohl bleibt Schlusslicht

Damit liegt der Bezirk Werdohl aber immer noch deutlich über der Arbeitslosenquote für den Märkischen Kreis, die im März 6,1 Prozent (März 2021: 7,3 Prozent) betrug und bleibt kreisweites Schlusslicht. Kreisweit waren zuletzt 13 821 Männer und Frauen arbeitslos, 384 Personen weniger als im Vormonat (-2,7 Prozent) und 17,0 Prozent weniger als im März 2021.

„Üblicherweise verzeichnen wir im Frühjahr einen erhöhten Bedarf an Arbeitskräften,“ so Sandra Pawlas. „Dieser saisonale Effekt lässt sich auch in diesem Jahr erkennen. Der Bestand an Arbeitslosen schmilzt weiter.“ Seit der Wiedervereinigung waren kreisweit in einem März nur im Konjunkturhoch 2019 weniger Arbeitslose gemeldet. Damals waren 13 356 Märker arbeitslos.

Stellenmarkt ist weiter in Bewegung

Der Stellenmarkt ist weiter in Bewegung. Unternehmen aus der Region meldeten im März 933 sozialversicherungspflichtige Stellen (-438 zum Vormonat). Im Bestand befanden sich 5468 offene Stellen, 79 mehr als im Vormonat und 1556 mehr als im Vorjahresmonat.

Arbeitsmarkt: Die Lage im Hönnetal

In Neuenrade waren im März 337 Personen ohne Job – drei weniger als im Vormonat (-0,9 Prozent). Binnen eines Jahres sank die Zahl der Arbeitslosen um 41 Personen (-10,8 Prozent), denn im März waren in der Hönnestadt noch 378 Neuenrader auf Jobsuche. In Balve ging die Arbeitslosigkeit binnen eines Monats um satte 9,2 Prozent zurück. 218 Arbeitslose im März sind 22 Personen weniger als noch im Februar. Im Vergleich zum März des Vorjahres sank die Zahl der Arbeitslosen damit um 49 Personen (-18,4 Prozent). Die Arbeitslosenquote für den Bezirk Menden, zu dem Balve gehört, beträgt damit 4,6 Prozent (März 2021: 5,3 Prozent) – eine bessere Quote hat kein Agenturbezirk im Kreis. Auf Rang zwei liegt Kierspe mit 4,9 Prozent vor Plettenberg (5,4 Prozent).

„In den vergangenen Monat beobachten wir verstärkt Stellenmeldungen, speziell in der Arbeitnehmerüberlassung, aber auch in anderen Branchen wie im Sozialwesen“, sagt Pawlas. Der angestiegene Arbeitskräftebedarf sichere die Beschäftigungssituation auf dem Arbeitsmarkt und könne sie bis in die erste Jahreshälfte 2022 weiter ausbauen.

Welchen Einfluss hat der Ukraine-Krieg?

Sandra Pawlas hofft deshalb, dass die Frühjahrsbelebung demnächst auch in Werdohl richtig ankommt: „Der Arbeitsmarkt geht von einer Erholung aus Corona über in eine Belebung mit saisonalem Rückenwind.“ Allerdings bleibe abzuwarten, in welchem Umfang die Geschehnisse in der Ukraine die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt beeinflussen werden.

„Darüber hinaus bleiben die Risiken durch Corona, Liefer- und Materialengpässe sowie durch einen Inflationsschub bestehen. Trotz dieser Unwägbarkeiten dürften sich die positiven Tendenzen auf dem Arbeitsmarkt im kommenden Monat weiter halten können“, so Pawlas abschließend.

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