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Arbeitslosenzahlen: Eine Stadt sticht positiv hervor

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Von: Volker Griese

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Gut ausgebildete Fachkräfte werden insbesondere im verarbeitenden Gewerbe nach wie vor gesucht.
Gut ausgebildete Fachkräfte werden insbesondere im verarbeitenden Gewerbe nach wie vor gesucht. © Felix Kästle/dpa

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Märkischen Kreis im Juli gegenüber Juni gestiegen. Insgesamt seien bis zum Monatsende 14 745 Personen arbeitslos gemeldet gewesen, teilte die Agentur für Arbeit am Freitag mit. Verglichen mit den Zahlen des Vormonates seien dies 702 Personen oder 5 Prozent mehr. In Werdohl sieht die Situation besser aus.

Werdohl/Neuenrade/Balve ‒ Im Vergleich zum Juli des Vorjahres sank die Zahl der Arbeitslosen kreisweit um 906 Personen (5,8 Prozent). Die Arbeitslosenquote betrug im Juli 6,6 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 6,9 Prozent.

„Wir sehen auch in diesem Monat den saisonal üblichen Effekt, den wir schon im Juni beobachten konnten: Junge Menschen melden sich in den Sommermonaten übergangsweise arbeitslos nach dem Schulabschluss oder wenn sie nach Beendigung ihrer betrieblichen Ausbildung nicht von ihren ausbildenden Betrieben übernommen wurden“, beleuchtete Stefan Steinkühler, Geschäftsführer Operativ der Iserlohner Arbeitsagentur, die Gründe für den Anstieg. So seien in der Altersgruppe unter 25 Jahren gegenüber Juni 145 Arbeitslose mehr (+ 15,2 Prozent) gemeldet.

Im Bereich der Grundsicherung für Arbeitslose (SGB II) lassen die ukrainischen Geflüchteten, die seit Juni in die Grundsicherung für Arbeitssuchende einfließen, den Arbeitslosenbestand deutlich steigen. „Wir möchten diesen Menschen in den nächsten Monaten den Zugang zu Arbeit ermöglichen. Dazu sind zunächst der Erwerb von Deutschkenntnissen und die Qualifizierung wichtige Themen, die wir begleiten“, berichtete Stefan Steinkühler.

In Werdohl sieht die Lage auf dem Arbeitsmarkt etwas besser aus als in den meisten Städten und Gemeinden des übrigen Kreisgebietes. In der Stadt an Lenne und Verse ist die Zahl der Arbeitslosen im Juli um sieben Personen (-0,9 Prozent) gesunken. Im Vergleich zum Juli des Vorjahres ist die Zahl der Arbeitslosen sogar um 199 Personen gesunken. Damals waren 994 Werdohler ohne Job. Somit liegt die Veränderung im Vergleich zum Vorjahr bei minus 20 Prozent.

Unter den Personen in Werdohl, die aktuell in der Arbeitslosenstatistik der Bundesagentur für Arbeit geführt werden, sind 378 Frauen und 417 Männer. Ohne Arbeit sind 305 Ausländer, 56 der Menschen ohne Job sind jünger als 25 Jahre und 252 Arbeitslose sind 55 Jahre oder älter.

In der Stadt Neuenrade, die auch zum Bezirk der Arbeitsagentur Werdohl gehört, ist die Zahl der Arbeitslosen im Juli gestiegen. 311 Personen waren in der Stadt an der Hönnequelle ohne Job. Verglichen mit den Juni-Zahlen waren dies 14 Personen (+ 4,7 Prozent) mehr. Im Vergleich zum Juli des Vorjahres ist die Zahl der Arbeitslosen in Neuenrade aber um 43 Personen gesunken. Damals waren 354 Neuenrader ohne Job. Somit liegt die Veränderung im Vergleich zum Vorjahr bei minus 12,1 Prozent.

Unter den Neuenradern, die aktuell in der Arbeitslosenstatistik der Arbeitsagentur geführt werden, sind 153 Frauen und 158 Männer. 99 Ausländer sind ohne Arbeit. 20 der Menschen ohne Job in Neuenrade sind jünger als 25 Jahre, 109 Arbeitslose sind 55 Jahre oder älter.

Auch in Balve ist die Zahl der Arbeitslosen im Juli gestiegen. 255 Personen waren dort ohne Job. Verglichen mit den Zahlen des Monats Juni waren dies 18 Personen (+ 7,6 Prozent) mehr. Im Vergleich zum Juli 2021 ist aber auch in Balve die Zahl der Arbeitslosen gesunken, wenn auch nur um drei Personen. Damals waren 258 Balver ohne Job. Somit liegt die Veränderung im Vergleich zum Vorjahr bei minus 1,2 Prozent.

Unter den Balvern, die aktuell in der Arbeitslosenstatistik geführt werden, sind 117 Frauen und 138 Männer. 77 Arbeitslose sind Ausländer, 19 sind jünger als 25 Jahre und 73 Arbeitslose sind 55 Jahre oder älter.

Die Zukunftsaussichten bewertet Stefan Steinkühler von der Arbeitsagentur etwas zurückhaltend. „Es bleibt abzuwarten, inwieweit Faktoren wie Preissteigerung, Energieknappheit oder Lieferkettenproblematik die wirtschaftliche Entwicklung im Märkischen Kreis dämpfen und sich auf den Arbeitsmarkt auswirken“, sagte er. Die Zurückhaltung der Arbeitgeber aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Situation spiegele sich wie schon in den Vormonaten beim Melden offener Stellen wider. Im Juli seien 847 neue Stellen hinzugekommen, das seien neun weniger gewesen als im Juni.

„Wenn wir uns den Bestand anschauen mit 5680 offenen Stellen, der gegenüber dem Vormonat überdurchschnittlich gestiegen ist, sehen wir weiterhin eine hohe Nachfrage an Arbeitskräften. Die Chancen der Arbeitssuchenden, eine neue Beschäftigung zu finden, sind unverändert gut“, erklärte Steinkühler, dass es dennoch auch gute Nachrichten vom Arbeitsmarkt gebe. Gut ausgebildete Fachkräfte würden nach wie vor gesucht, im Märkischen Kreis traditionell besonders im verarbeitenden Gewerbe.

Die Agentur für Arbeit hat sich das Thema „Qualifizierung in der Transformation“ auf die Fahnen geschrieben und startet im August eine Kampagne mit dem Appell an Netzwerkpartner, Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen, die Transformation der Arbeitswelt und die berufliche Zukunft mitzugestalten und verstärkt auf Qualifizierung in der sich verändernden Arbeitswelt zu setzten.

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