Zeppelinfreunde Werdohl

Wie lässt sich das Image von Werdohl verbessern?

+
In den Minen des Publikums in der Stadtbücherei war Skepsis zu erkennen, als die Gäste den Vorstellungen von Moritz-Adolf Trappe zuhörten.

Werdohl - „Wohin geht die Reise? Ein Alternativ-Modell für ein zukünftiges Werdohler Stadtmarketing.“ Unter diesem Motto hatte die Arbeitsgemeinschaft Zeppelinstadt Werdohl in die Stadtbücherei eingeladen.

„Ich hätte mir mehr Vertreter aus Politik und Verwaltung gewünscht“, sagte Moritz-Adolf Trappe und fügte noch an, „dass wir aber auch niemanden gezielt eingeladen haben“. Zur Motivation: Die Arbeitsgemeinschaft sieht für Werdohl kein ausgereiftes Konzept und sucht nach einer Möglichkeit, wie sich das Image der Stadt langfristig verbessern ließe, um dem demografischen Wandel entgegenzuwirken („Werdohl hat einfach einen schlechten Ruf“).

Immer wieder wurde das bereits von der Verwaltung ausgearbeitete Konzept zur Verbesserung der Freizeit- und Lebensqualität zitiert. Nach Ansicht von Moritz-Adolf Trappe pflege die Stadt keinen offenen Umgang damit. Akzeptanz und Mitarbeit seien nicht gewünscht. Dieser Diskussionskultur möchte die Arge etwas entgegensetzen: „Als Bürger dieser Stadt dürfen wir etwas fordern!“

Am Beginn habe die Suche nach einer regionalen Identität gestanden: „Was macht Werdohl aus?“ Mit seiner Familie aus Brandenburg ins heimische Werdohl zurückgekehrt, konnte Trappe diese Frage für sich nicht klar beantworten.

Von daher begab er sich gemeinsam mit seinen Mitstreitern auf die Suche nach einer Marke oder einem „Überbau“ als identitätsstiftendem Faktor. Das Ergebnis dieser Recherche ist der Zeppelin als Teil der Pop-Kultur, genannt wurden neben der Rock-Band Led Zeppelin auch die Simpsons, oder im weiteren Sinne die Bedeutung der aluminiumverarbeitenden Industrie als Zulieferer für die Automobil- und Flugzeugproduktion („Die Geschichte ist in den Köpfen vorhanden“).

Dies könne aber nur funktionieren, wenn alle an einem Strang ziehen würden. Eine zwingende Voraussetzung für den Erfolg dieses alternativen Konzepts sei der Ausbau der Rad-Lenneroute, um Touristen in die Stadt zu locken, so Trappe.

Viel wichtiger sei es jedoch, Ankerpunkte und Attraktionen wie eine Gastronomie an der Lenne zu schaffen, um diese Besucher auch in der Stadt halten zu können. Weitere Vorschläge: „Warum lassen wir den Drahthandelsweg nicht in Werdohl beginnen und führen eine Zeppelin-Buslinie bei der MVG ein?“

Ein weiterer Dreh- und Angelpunkt solle zudem die Schaffung eines Museums- und Kulturzentrums im Versetal sein, das neben einem Ausstellungsort auch Tagungsräume und eine Tourismus-Information biete. Moritz-Adolf Trappe nannte dies den „Dritten Ort“, der alles miteinander verbinde. Ein weiterer Vorteil aus seiner Sicht: Das Versetal werde näher an die Kernstadt herangeführt. Die Finanzierung dieser Ideen könne durch verschiedene Fördertöpfe geschehen: „Wir haben das Glück, nochmal eine Regionale haben zu können.“ Hiermit stünden Mittel in ungeahnter Höhe zur Förderung und Entwicklung der Heimat bereit.

Auch eine Sammlung mit rund 2000 Objekten und das Gebäude der ehemaligen Carl Berg AG im Gewerbepark Eveking stünden bereits zur Verfügung. Um einen Ausblick auf das mögliche Museum zu geben, hatte am 22. Juni dieses Jahres unter dem Titel „Was verbindet einen Kochtopf, Alfred Colsman und Marlene Dietrich mit Werdohl?“ bereits eine Präsentation von 20 Leitobjekten stattgefunden.

Moritz-Adolf Trappe verbuchte dies mit rund 250 Besuchern trotz einer Ausstellungsdauer von nur sechs Stunden als einen Erfolg. Als nächstes stehe die Vereinsgründung an.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare