SPD-Senioren mit Problemen

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Dieter Gierse vom Vorstand der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60plus konnte nur den Jahresbericht vortragen. Die geplante Jahreshauptversammlung musste ausfallen, weil der Vorsitzende erkrankt ist

Werdohl - Lediglich der Rückblick auf diverse Aktivitäten in den vergangenen Monaten stand am Dienstag im Haus Werdohl auf der Tagesordnung der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60plus. Nach dem Nikolaus-Kegeln, das traditionell im Dezember stattfinden soll, herrscht gähnende Leere im Terminkalender der Senioren

Dieter Gierse, mit 76 Jahren nach eigenem Bekunden „der jüngste Mann in der Runde des Vorstandes“, erläuterte im Gespräch mit der Redaktion den Hintergrund: Gerd Külow, der im vergangenen Jahr die Funktion des Sprechers der Arbeitsgemeinschaft übernommen hatte, sei erkrankt. „Jetzt sind wir wieder da angelangt, wo wir im Jahr 2015 schon einmal waren“, sagte Gierse. Damals stand die sozialdemokratische Seniorengruppe kurz vor der Auflösung. „Eigentlich benötigen wir sieben Personen, die im Vorstand mitarbeiten“, stellte Gierse fest.

Momentan sehe er keine Lösung für dieses Problem – das Aus für die AG 60plus wollte er dennoch nicht verkünden: „Wir hoffen, dass sich bis zum Nikolauskegeln etwas ergibt.“ Sollte das nicht der Fall sein, würden das viele Senioren bedauern. Denn dass sie gemeinsam viel Spaß haben, wurde in Gierses Bericht deutlich.

Er erinnerte an „einen vollen Laden“ beim Nikolauskegeln 2016, einen Vortrag von Dr. Magdalene Aniol zum Thema „Akutgeriatrie“ und einen lehrreichen Nachmittag mit Ex-Standbrandinspektor Manfred Theile, der Tipps zur Anschaffung und Handhabung von Rauchmeldern auf Lager hatte. Besonders gerne erinnerte Gierse an die Reise ins „Ferienparadies, das ältere Menschen mögen“; das Eurostrand-Resort Fintel in der Lüneburger Heide. Augenzwinkernd verglich er Werdohl dabei mit der Stadt Rotenburg an der Wümme, die die Senioren im Rahmen eines Ausfluges besucht hätten: Dort gebe es einen großen Platz, der von Autos befahren werde dürfe – und der mit schattenspendenden Bäumen bestückt sei. Gierse: „Da stellt man sich doch die Frage: Warum geht das woanders?“

Ein großes Lob sprach er dem Team der Gaststätte Haus Werdohl aus: „Wir sind hier immer gut gefahren.“ Mit Blick auf die bevorstehende Bundestagswahl rief der Werdohler alle Anwesenden dazu auf, den Gang zur Wahlurne anzutreten. Wer Kinder- und Altersarmut sowie ein weiteres Auseinanderdriften der Gesellschaft zukünftig verhindern wolle, für den sei die SPD eine gute Wahl. Kurz nachdem sich die Anwesenden bei Kaffee und Kuchen dem gemütlichen Teil zugewandt hatten, trafen Überraschungsgäste im Haus Werdohl ein: Die SPD-Bundestagskandidatin Dagmar Freitag, Ortsvereinsvorsitzender Udo Böhme und der engagierte Parteigenosse Andreas Späinghaus. Dagmar Freitag erzählte von einem „äußerst herausfordernden Wahlkampf“ und bedankte sich beim Ortsverein Werdohl für die „wirklich beispielgebende Unterstützung“. Nachdem dieser Wahlkreis bereits den SPD-Landtagsabgeordneten Michael Scheffler verloren habe, „wäre es gut, wenn eine SPD-Kandidatin den Wahlkreis nun mit einem Direktmandat gewinnen würde.“

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