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Arbeitsbeginn 1. März: Das ist der neue Jugendamtsleiter in Werdohl

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Von: Volker Heyn

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Bürgermeister Späinghaus begrüßte Michael Thomas-Lienkämper (rechts), der am 1. März die Leitung des Werdohler Jugendamtes übernimmt.
Bürgermeister Späinghaus begrüßte Michael Thomas-Lienkämper (rechts), der am 1. März die Leitung des Werdohler Jugendamtes übernimmt. © Heyn, Volker

Mit Wirkung zum 1. März übernimmt der Werdohler Diplom-Sozialarbeiter Michael Thomas-Lienkämper die Leitung des Werdohler Jugendamts.

Das Amt war nach der Absetzung der früheren Amtsleiterin Kirsten von der Crone übergangsweise von Bürgermeister Andreas Späinghaus (SPD) selbst geleitet worden. Fachliche Hilfe hatte sich Späinghaus allerdings vom Plettenberger Jugendamtsleiter Michael Schröder geholt.

Späinghaus präsentierte Michael Thomas-Lienkämper deshalb auch persönlich und mit einiger Zufriedenheit. Die erste Ausschreibung war bekanntlich erfolglos geblieben. Zwar hatte sich ein Kandidat aussichtsreich beworben, war aber kurz vor seiner endgültigen Zusage wieder abgesprungen, weil er in der Nähe seines Wohnortes einen Arbeitsplatz gefunden hatte. Auf die zweite Ausschreibung, die auf die bevorstehende Trennung des bis dahin zusammengelegten Jugend- und Sozialamtes hinwies, bewarb sich dann Thomas-Lienkämper.

Neu-Werdohler wollte auch in den Bundestag

Der 59-jährige Diplom-Sozialarbeiter lebte Jahrzehnte in Lüdenscheid und zog 2020 nach Rentrop. Thomas-Lienkämper kam vor 30 Jahren über das Voltigieren seiner Tochter zum Reit- und Fahrverein Rentrop. Mittlerweile ist Thomas-Lienkämper geschieden und stellvertretender Vorsitzender des Vereins. Seinen Wunsch, einmal in seinem Leben so richtig ländlich zu wohnen, erfüllte sich der passionierte Dauerläufer vor gut zwei Jahren.

Michael Martin Thomas, so sein voller Geburtsname, hatte sich den Linken zugewandt und kandidierte im Wahlkampf im vergangenen Jahr für ein Bundestagsmandat. Das soll es aber auch gewesen sein mit dem Ausflug in die Politik, an der Nominierung für die Landtagswahlen nahm er erst gar nicht mehr teil. Im August wird Thomas-Lienkämper 60 Jahre alt, dann ist er 29 Jahre und neun Monate Beamter. Die letzten 29 Jahre war der Neu-Werdohler bei der Stadt Iserlohn beschäftigt, zuletzt in der Fachstelle zur Vermeidung von Wohnungslosigkeit. Teilzuständig war er auch für die Betreuung des Personals in den Übergangswohnheimen für Asylbewerber.

Arbeit soll „erfolgsorientiert“ erfolgen

Dass er sich dennoch für qualifiziert hält, ein Jugendamt mit rechtlich anspruchsvollen Aufgaben leiten zu können, beantwortet er mit einem einfachen: „Ja! Sonst hätte ich mich nicht auf die Stelle beworben.“ Seine Arbeit wolle er „erfolgsorientiert“ betreiben und nicht etwa nur „en passant“, also im Vorübergehen.

Im Vorfeld seiner Bewerbung habe er sich in Werdohl umgetan, dann war er beim Bürgermeister zum Vorstellungsgespräch. Der war sehr schnell von Thomas-Lienkämper überzeugt: „Das ist keiner, der mir ein Schriftstück in die Hand drückt, wo er die Abgabe des Jugendamtes vorschlägt.“ Kirsten von der Crone hatte bekanntlich versucht, das Werdohler Jugendamt an den Märkischen Kreis zu überführen. Das sei rechtlich aber gar nicht möglich, erinnerte Späinghaus.

Thomas-Lienkämper: „Werdohl braucht eigenes Jugendamt“

Thomas-Lienkämper hakte da ein: „Ich bin der Meinung, dass Werdohl ein eigenes Jugendamt braucht.“ Die Idee der Überführung an den Kreis sei eine „absolute Fehlentscheidung“ gewesen. Er wolle das Team vom Jugendamt und dem Allgemeinen Sozialdienst (ASD) vor allem wertschätzend leiten. Zunächst müsse er zuhören und lernen: „Jeder, der hier arbeitet, ist länger da als ich. Ich bin der Newcomer.“

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Jugendamt hätten eine turbulente Zeit hinter sich, er wolle Optimismus ausstrahlen und Ruhe ins Team bringen. Aus dem Provisorium wolle er eine Struktur machen. Und nicht jede Kindeswohlgefährdung dürfe in einer Inobhutnahme enden, so Thomas-Lienkämper. Das sei unter der früheren Jugendamtsleiterin fast durchgehend so gewesen, fügte Späinghaus an.

Alle Stellen sind besetzt

Alle vakanten Stellen im Jugendamt seien nun besetzt, so der Bürgermeister. Seit Mitte Februar sei die wirtschaftliche Jugendhilfe nachbesetzt, anstelle des in die Schulsozialarbeit gewechselten ASD-Mitarbeiters habe die Stadt sogar wieder einen Mann einstellen können. Wie schon lange angekündigt, wird die bisher in der Jugendamtsleitung tätige Sabine Bleckmann zum 1. März als Leiterin des Sozialamtes bestellt. Die Mitarbeiter aus diesem Bereich wechseln mit.

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