Arbeiten im Umspannwerk: Das passiert am Werdohler Bahnhof

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Nur aus sicherer Entfernung dürfen gerade die Arbeiten am Umbau des Umspannwerks am Bahnhof fotografiert werden. Anfang der Woche wurden Teile der neuen Umschaltanlage angeliefert.

Werdohl - Nur von außen lässt sich gerade beobachten, dass im Umspannwerk der Mark-E am Werdohler Bahnhof größere Umbauarbeiten im Gange sind.

Ein Sprecher der Hagener Enervie-Gruppe, zu der Mark-E gehört, bestätigte, das die im Dezember angekündigten Modernisierungsarbeiten mittlerweile in vollem Gange sind. Im September sollen die neuen Transformatoren angeliefert und eingebaut werden. 

Anfang der Woche zeugten Maschinenteile auf Mobilkränen davon, dass neue Umschalteinrichtungen ins Gebäude gebracht wurden. Die bisher zuverlässige Technik ist aus den 1960er-Jahren und wird ausgetauscht. 

Von außen erst kürzlich saniert

In das erst vor einiger Zeit von außen renovierte Gebäude werden zwei Hochspannungsfreileitungen zu je 110 000 Volt (110 kV) geführt. Eine Leitung kommt aus Elverlingsen, die andere führt weiter in Richtung Plettenberg-Ohle. In der großen Halle brummten bislang mehr als 50 Jahre alte Aggregate. Sie funktionierten alle noch, doch die Störungen hatten sich gehäuft. Der Hersteller konnte kaum noch Ersatzteile liefern, das Know-how für die alte Anlage schwand. 

Elektromeister Joachim Körner gewährte im Dezember vergangenen Jahres einen letzten Blick auf die Technik im Umspannwerk der Mark-E am Bahnhof. Die Technik aus den 1960er-Jahren war störanfällig geworden und wird ersetzt.

Um dauerhaft die Betriebssicherheit des Stromnetzes aufrecht erhalten zu können, musste Enervie massiv investieren. Die neue Technik wird sehr viel weniger Platz beanspruchen, zu sehen ist dann auch nicht mehr viel. Die neuen Apparate werden in Gehäuse eingekapselt, nur noch Leitungen drumherum dürften zu erkennen sein.

Anlage mehr als 50 Jahre alt

Das war bei der mehr als 50 Jahre alten Anlage anders. Trennschalter, Wandler, Leistungsschalter, Sammelschienentrenner und Sammelschiene, dann Umspanner beziehungsweise Transformator: Allesamt große Teile, die nach früher Weltraumtechnologie aussehen. 

Im Gebäude an der Bahnhofstraße gibt es bislang drei Transformatoren und fünf Schaltfelder. Isoliert wird mit Luft, die dicken Schaltstifte werden mit Druckluft gegen die Kontaktplatte gefahren. Die Druckluft sorgt zusätzlich dafür, dass der kurz entzündete Lichtbogen sofort ausgeblasen wird. 

Deutliche Sicherheitsabstände

Zu den Anlagen muss der Besucher deutliche Sicherheitsabstände einhalten, sonst könnte die Hochspannung durch den Körper auf das Erdpotenzial einschlagen. Das gäbe zwar einen besonders schönen Lichtbogen ab, den aber niemand überleben könnte: Lebensgefahr. 

Die 110 000 Volt der Freilei-tungen werden am Bahnhof heruntertransformiert auf die 10 000 Volt für die überall im Stadtgebiet verteilten Elektrohäuschen. Dort wird die Spannung weiter heruntertransformiert auf die 400 Volt für die Haushalte. Auch diese kleinen Gebäude sind bald nicht mehr nötig, die neue Technik passt zukünftig in kleine Stahlblechkisten.

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