Pflegeorientierte Apotheke

Apotheker will Erfolgsmodell am neuen Standort übernehmen

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Ein Teil des Teams der Stadt-Apotheke mit dem neuen Apotheker Horst Jakobi (hintere Reihe) und Pflegeberaterin Antje Takacs (links).

Werdohl - Horst Jakobi, seit Anfang April neuer Inhaber der Werdohler Stadt-Apotheke, möchte zum ersten Ansprechpartner für alle werden, die mit dem Thema Pflege zu tun haben. „Wir möchten eine pflegeorientierte Apotheke sein“, sagte Jakobi, der in Halver bereits in der Ratsapotheke einen ganz ähnlichen Ansatz erfolgreich verfolgt hat.

„Wir möchten, dass kranke und alte Menschen nicht allein, hilflos und unversorgt in ihrer häuslichen Umgebung bleiben müssen. Wir wollen um sie herum ein Netzwerk aufbauen“, erklärt Jakobis Mitarbeiterin Antje Takacs. Sie ist examinierte Krankenschwester und bringt viel Erfahrung aus der Pflege mit. 

In der Stadt-Apotheke ist sie zwar nicht pflegerisch tätig, aber sie berät Kunden der Apotheke und besucht sie auch zuhause, um sich die Pflegesituation vor Ort anzuschauen. Parallel zu dieser Bestandsaufnahme nehme die Apotheke Kontakt mit Ärzten, Kranken- und Pflegekassen, Sanitätshaus und Pflegediensten auf, um die Angehörigen zu entlasten, erläutert Takacs weiter.

Für Unterstützung müssen Kunden nichts bezahlen

Auch mit dem Medizinischen Dienst klappe die Zusammenarbeit gut, berichtet Takacs von den Erfahrungen, die sie bereits in Halver gesammelt hat. Bei der Begutachtung des Pflegegrads durch den Dienst könne sie als Fachkraft dann oft präziser Auskunft über Pflegesituation, Medikamentenplan und die letzten Klinikaufenthalte geben als die Betroffenen selbst, sagt sie. „Und das alles kostet unsere Kunden keinen Cent“, betont sie, dass die Stadt-Apotheke dies als Kundenservice betrachtet.

Für Takacs steht übrigens fest, „dass in Zukunft noch viel mehr zuhause gepflegt wird“. Umso besser sei es für alle Betroffenen in Werdohl, kompetente Ansprechpartner direkt vor Ort zu haben.

Apotheker sieht ein Riesenpotenzial

Ihr Chef Horst Jakobi ist überzeugt, dass sich das in Halver erprobte Erfolgsmodell auf Werdohl übertragen lässt. „Hier bietet sich ein Riesenpotenzial“, ist er sicher.

An der neuen Wirkungsstätte hat sich Horst Jakobi nach gut zwei Wochen schon gut eingelebt, wie er selbst sagt. Auch wenn die Tätigkeit in der Stadt-Apotheke „komplett anders“ sei als das, was er bisher gewohnt war. „Die Apotheke hier in Werdohl ist viel größer und moderner ausgestattet als meine bisherige Apotheke in Halver“, vergleicht der 58-Jährige. „Das ist eine komplett andere Welt, an die ich mich auch erst noch gewöhnen muss“, gibt er zu.

Belegschaft über Nacht verdreifacht

Mit dem kompletten 14-köpfigen Team der Stadt-Apotheke, das er von dem bisherigen Inhaber Gunter Fay übernommen hat, kann er aber auf eine gehörige Portion Erfahrung bauen. Hinzu kommen noch die sieben Mitarbeiterinnen, die er aus Halver mitgebracht hat, sodass sich seine Belegschaft praktisch über Nacht verdreifacht hat. „Wir sind ein super Team, die Zusammenarbeit ist schon sehr gut“, bilanziert Jakobi nach rund zwei Wochen.

Dabei ist das ganz aktuell mit der Zusammenarbeit gar nicht so einfach. Aufgrund der Bedrohungen durch die Corona-Pandemie hat Jakobi sein Team nämlich in zwei Gruppen aufgeteilt. So soll der Apotheken-Betrieb sichergestellt werden, auch wenn sich jemand aus einer Gruppe mit dem Coronavirus infizieren sollte.

An diesem Gerücht ist nichts dran

Schließlich ist Horst Jakobi noch daran gelegen, ein Gerücht aus der Welt zu schaffen. Nein, er suche keine Wohnung und er werde nicht nach Werdohl ziehen, sagt der Apotheker. „Das war auch nie eine Option“, betont Jakobi, der die 25 Kilometer Entfernung zwischen seinem Wohnort Halver und Werdohl auch nicht als Problem betrachtet. Nur hin und wieder werde er wohl in Werdohl übernachten. Denn für die Notdienste in der Apotheke steht ihm eine Notdienstwohnung im Haus zur Verfügung.

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