Wischer und Spucke: Eskalation im Treppenhaus

+
Dieses Waschbecken, so vermutet die Feuerwehr, dürfte nicht aus reiner Schwäche von der Wand gefallen sein. Durch den abgerissenen Eckhahn strömte Wasser in das ganze Haus.

Werdohl - Einen durchaus seltsamen Einblick in die Lebensgewohnheiten von Menschen bot sich den Einsatzkräften von Polizei und Feuerwehr am vergangenen Samstagabend in einem Mehrfamilienhaus an der Bahnhofstraße. Das Gebäude mit Ladenlokalen im Erdgeschoss liegt einigermaßen prominent in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt.

Kurz nach 20 Uhr wurde am Samstag zunächst die Feuerwehr wegen eines Wasserrohrbruchs gerufen. Die freiwilligen Feuerwehrleute unterbrachen ihre Samstagabendbeschäftigung, um in den dunklen Kellern des Hauses die Wasseruhren abzudrehen. Bei Eintreffen der Feuerwehrleute strömte das Wasser durch das Treppenhaus in Richtung Keller. Der Raum, in dem der Rohrbruch vermutet wurde, war abgeschlossen. So durchsuchten die Helfer die Kellerräume nach den Wasseruhren.

Babylonisches Sprachgewirr

Im ganzen Haus habe ein babylonisches Sprachgewirr geherrscht, erinnert sich ein Feuerwehrmann. Nach einiger Kommunikation sei es gelungen, einen Mann dazu zu bewegen, die Tür des verschlossenen Raumes zu öffnen. In einer Art Abstellraum entdeckten die Feuerwehrleute ein Waschbecken, das zertrümmert am Boden lag und aus dessen Anschlüssen das Wasser herauslief.

Zertrümmertes Waschbecken

Ein Feuerwehr-Sprecher meinte, dass das Waschbecken sicher nicht „aus Schwäche“ von der Wand gefallen sei. Nachdem die freiwilligen Feuerwehrleute die Wasserversorgung der Hausbewohner wieder hergestellt hatten, konnte dieser Einsatz beendet werden. Gegen halb zehn am Abend waren weitere öffentliche Einsatzkräfte für den Hausfrieden der Bewohner an der Bahnhofstraße nötig: Die Polizei wurde von der Vermieterin des Hauses gerufen.

Vermieterin wischt Wasser auf

Nach Angaben eines Polizeisprechers sei die 62-jährige Vermieterin mit dem Aufwischen des Wassers im Flur beschäftigt gewesen, als sich ein 27-jähriger Mieter zu ihr gesellte. Die Frau habe den Mann gebeten, ihr doch den Aufnehmer zu reichen und ihr zur Hand zu gehen.

Der Polizeisprecher teilte dazu mit: „Der Mieter sah sich offensichtlich nicht in der Pflicht, seine Vermieterin beim Wischen zu unterstützen.“ Stattdessen habe er auf der Treppe stehend der 62-Jährigen bei der Arbeit zugesehen. Die zunächst verbal ausgetragene Meinungsverschiedenheit eskalierte.

Schlag mit dem Wischer

Die Weigerung des wischfaulen Mieters brachte die Vermieterin so in Rage, dass sie ihren Wischer gegen das Bein des jungen Mannes geschlagen haben soll. Der wiederum soll äußerst verärgert reagiert haben, indem er auf die unter ihm stehende Frau gespuckt habe. Bei Eintreffen der Polizei erstatteten beide gegeneinander eine Anzeige wegen Körperverletzung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare