Borbecke-Siedler empören sich über ihren Nachbarn

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Kerstin Nordengrün, Antje Klittich, Detlef Nordengrün und Erik Klittich (von links) von der Siedlergemeinschaft Borbecke suchen Mittel und Wege, gegen die Verwahrlosung des Grundstücks an der Bundesstraße vorzugehen. Sie hoffen jetzt auf Hilfe durch Politiker und die Öffentlichkeit.

Werdohl - Die Mitglieder der Siedlergemeinschaft Borbecke haben ihre Empörung über die Zustände auf dem verwahrlosten Grundstück an der Bundesstraße zum Ausdruck gebracht. Das nach einem Lkw-Unfall im September 2015 komplett zusammengebrochene Haus ist ein bekannter Schandfleck. Die Stadt hat ein ums andere Mal betont, nichts unternehmen zu können. Jetzt suchen die Nachbarn nach einem Grund, um gegen den Grundstückseigentümer vorzugehen.

Sie suchen Hilfe bei der Politik, weil sie sich von dem Anblick des zerstörten Hauses gestört fühlen. Bei der Jahreshauptversammlung des Siedlerverbandes sei die Idee entstanden, an die Öffentlichkeit zu gehen. Antje Klittich ist Vorsitzende des Verbands Wohneigentum, Gemeinschaft Borbecke und versteht sich als Sprecherin der Mitglieder. 37 Grundstücke mit selbst genutztem Eigentum gehören zu diesem Verband. Ihr Vorwurf ist, dass der Besitzer des Hauses Borbecke 2 sein Grundstück verkommen lässt. Das Gespräch mit dem Mann selbst haben sie allerdings nicht gesucht, bislang wurden eher Feindseligkeiten ausgetauscht.

Rechtlich bestehen keine Möglichkeiten

Der Grundstückseigentümer gilt als „verrückt“, weil er auf dem Grundstück wieder ein neues Haus bauen will und angeblich in einem Auto zwischen den Trümmern schläft. Tatsächlich hat er nach dem Unfall Anspruch auf eine Versicherungssumme, nimmt sie aber nicht Anspruch. Er verhält sich gesetzeskonform und kennt seine Rechte und Pflichten ganz genau. Bislang sah die Stadt keinerlei Möglichkeit (wir berichteten mehrfach) gegen den Mann und seine Lebensweise vorzugehen. Von der Ruine gehe baulich keine Gefahr aus, ebenso sei nicht bekannt, dass durch die seit Jahren auf dem Grundstück stehenden Fahrzeugen eine Gewässerverunreinigung ausginge. Auch gegen die Haltung der Hunde auf dem Grundstück bestehe keine Handhabe, da die Tiere regelmäßig gefüttert werden. Sie dienen dem Grundstücksbesitzer als Wachhunde.

Niemand will dort miteinander sprechen

Siedlerin Kerstin Nordengrün findet die stärksten Worte: „Der Mann gehört weggesperrt.“ Zwischen dem eigensinnigen Grundstückseigentümer und der Nachbarschaft ist das Verhältnis schon seit vielen Jahren gestört. Die Familie des Mannes lebt ebenfalls seit Jahren in der Borbecke. „Dass wir grundstücksrechtlich nicht dagegen ankommen, ist uns schon klar“, sagt Antje Klittich. Die Frau, die das Amt der Schiedsfrau im Versetal anstrebt, ergreift in diesem Nachbarschaftsstreit Partei für die Siedlergemeinschaft. An einem vermittelnden Gespräch mit dem Mann ist keiner interessiert. „Drüben wird alles schön gemacht von der Stadt und hier wird alles vergiftet“, heißt es.

Die Wohnhaus-Ruinen Borbecke 3 und 5 werden in diesen Tagen im Auftrag der Stadt abgerissen. Die Stadt hatte das Grundstück gekauft, die Eigentümer hatten kein Interesse mehr daran.

Unmittelbarer Nachbar des verwahrlosten Grundstückes ist Theo Becker. Er hat das Grundstück zum selben Zeitpunkt gekauft wie sein Nachbar. Becker hat auf seinem Teil Garagen errichtet. Der Siedler hat jede Menge Unterlagen parat, von denen er meint, dass sie eine Handhabe gegen seinen ungeliebten Nachbarn darstellen. In dem zusammengefallenen Haus habe sich früher eine Metallfirma befunden, der Boden und die Zuleitungen dorthin müssten seiner Meinung nach kontaminiert sein.

Grundstück soll angeblich belastet sein

Antje Klittich hat sich bei der Unteren Wasserbehörde erkundigt. Dort wisse man nichts von dem angeblich belasteten Grundstück. Sie sagt: „Die Auflagen, die damals für Herrn Becker galten, müssten doch auch für seinen Nachbarn gelten.“ Warum sich die Siedler weder bei der Bürgermeisterin, bei der Verwaltung oder bei einem Ratsmitglied gemeldet haben, bleibt unbeantwortet. Was den Anwohnern bleibt, ist die Angst vor Ratten und ein Gefühl von Machtlosigkeit: „Hier stimmt doch irgendwas nicht.“

 

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