Anwohner : „Bei Menshen ist es zu laut“

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Es reicht: Mehrere Anwohner der Feldstraße ärgern sich über Lärm, der ihrer Meinung nach vom Gelände der Firma A. Menshen stammt, und haben sich deshalb bei der Bezirksregierung Arnsberg beschwert.

Werdohl - Mehrere Anwohner der Feldstraße sind überzeugt: Auf dem Gelände der Firma Menshen Im Ohl ist es zu laut. Sie fühlen sich täglich durch den Betriebslärm gestört und in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt. Unternehmer Lutz Menshen hat jetzt auf eigene Kosten eine Lärmschutzmessung in Auftrag gegeben.

Lärm seien die Anwohner der Feldstraße gewohnt. Immerhin hatten sie zuletzt Thyssen Krupp Bilstein als Nachbarn auf dem ehemaligen Brüninghaus-Gelände gehabt. Doch seit dem Verkauf des Areals an das Werdohler Traditionsunternehmen A. Menshen im Jahr 2012 und der schrittweisen Einrichtung des Entsorgungs- und Containerfachbetriebs Im Ohl nehme der Krach nach Aussage von Bewohnern der Hausnummern 89 bis 115 massiv zu.

Während eines Ortstermins mit unserer Zeitung schilderten 25 Betroffene, was ihnen beinahe tagtäglich auf ihren Gründstücken, die teilweise weniger als 400 Meter Luftlinie vom Firmengelände entfernt liegen, zu Ohren komme. Die Liste der vorgetragenen Lärmbelästigungen ist lang: Es werde Schrott von einem Kran in die Lkws fallen gelassen. Zudem würden Container beim Umladen über den Asphalt gezogen und durch die geöffneten Tore der großen Halle schalle der Betriebslärm bis in die Wohn- und Schlafzimmer auf der Feldstraße. Sonnentage im Garten oder auf dem Balkon zu genießen, sei nicht möglich, so die Anwohner. Zwischen 6.30 und 16.30 Uhr in der Woche sowie an Samstagen bis 17 Uhr sei der Lärm zu hören.

„Da Bürgermeisterin Silvia Voßloh scheinbar trotz mehrfacher Einladung an einem Gespräch vor Ort nicht interessiert ist, und das Ordnungsamt, wie uns mitgeteilt wurde, nicht zuständig sei, haben wir uns an die Bezirksregierung Arnsberg gewandt“, erklärt Anwohner Joachim Hoffmann. Diese habe in den vergangenen drei Monaten mehrfach reagiert und Geschäftsführer Lutz Menshen kontaktiert, so Hoffmann weiter. Der Unternehmer sei allerdings nur einmal an der Feldstraße vor Ort gewesen. Zudem habe sich trotz der Bemühungen der Bezirksregierung die Situation nur geringfügig verbessert, da sind sich die Anwohner einig.

„Ich warte bisher auf die Anrufe der Anwohner“, sagt Lutz Menshen. Denn während des Treffens an der Feldstraße sei vereinbart worden, dass sich die Betroffenen sofort melden, wenn es zu einer Lärmbelästigung kommt. „Nur dann hätten wir eine Chance herauszufinden, woher diese Geräusche kommen. Vielleicht sind wir gar nicht die Verursacher.“ Menshen verweist darauf, dass die Deutsche Bundesbahn schon seit einigen Wochen mit Gleisarbeiten – auch während der Nachtstunden – beschäftigt sei. An der Waldstraße wird gerade eine Kanalbaumaßnahme mit anschließender Straßensanierung durchgeführt. „Auch daher könnte Lärm kommen“, gibt der Unternehmer zu bedenken. Er kann sich nicht erklären, welche Arbeitsvorgänge auf seinem Firmengelände zu einer anhaltenden Lärmbelästigung führen sollen.

Ihm liege viel daran, mit den Anwohnern jetzt und zukünftig gut auszukommen. „Deshalb habe ich mit meinen Mitarbeitern gesprochen und sie für das Thema sensibilisiert“, betont er. Lutz Menshen ist überzeugt, dass die zulässigen Grenzwerte nicht überschritten werden. Im Rahmen eines langwierigen Genehmigungsverfahrens sei im Vorfeld natürlich auch ein Lärmgutachten für den neuen Standort erstellt worden. „Sonst hätten wir gar keine Genehmigung bekommen. Und die Erfahrung zeigt, dass in Gutachten eher schlechtere Werte angenommen werden. Wir sind also vermutlich eher leiser als prognostiziert.“ Um das zu beweisen, hat der Unternehmer jetzt ein zweites Gutachten in Auftrag gegeben. „Und zwar nicht bei dem Institut, das beim ersten Mal für uns tätig war“, sagt Menshen.

Von Carla Witt und Martin Meyer

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