Besonderes Projekt

Anschläge auf Moscheen: Werdohler diskutiert in türkischer Talkshow

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In seine samstägliche Live-Sendung „Dobra Dobra“ auf Avrupa TV hatte Moderator Tefvik Kara (3. von rechts) unter anderen den Werdohler Ditib-Funktionär Fahrettin Alptekin (2. von links) und den „Brandeilig.org“-Projektleiter Yusuf Sari (links) eingeladen. Außerdem diskutierten Mikail Isik und Ömer Oral aus Hagen (von rechts) und der Niederländer Ömer Altay (3. von links).

Werdohl – Der Werdohler Ditib-Funktionär Fahrettin Alptekin diskutierte als Gast einer türkischen Talkshow auf Avrupa TV unter anderem mit dem Kölner Sozialwissenschaftler Yusuf Sari, der die Initiative brandeilig.org gegründet hat.

In diesem Projekt werden bundesweit Angriffe auf Moscheen dokumentiert, dabei geht es um die Sichtbarmachung antimuslimischen Rassismus. Die Gäste stellten fest, dass es fast in jeder Woche einen Anschlag auf eine nordrhein-westfälische Moschee gebe. 

Der seit mehr als 40 Jahren an der Lenne beheimatete Tefvik Kara hatte zu dieser politischen Sendung eingeladen. Kara ist in Giresun am Schwarzen Meer geboren und 58 Jahre alt. Den Journalismus bezeichnet er als sein Hobby, sein Geld hat er 36 Jahre lang als Arbeiter verdient. Kara war viele Jahre NRW-Korrespondent der Istanbuler Zeitung „Hürriyet“, auch für die Zeitung „Habertürk“ hat er geschrieben. 

Samstags immer 90 Minuten live

Jetzt lädt er seit April 2019 jeden Samstag zu einer 90-minütigen Livesendung auf Kanal Avrupa zu Diskussionsrunden zu aktuellen Themen ein. An der Sendung am 25. Januar nahmen Yusuf Sari von Fair International/Brandeilig Köln, Mikail Isik von einem Zusammenschluss musilimischer Verbände aus Hagen, Fahrettin Alptekin als Ditib-Regionalvorsitzender Essen, Ömer Altay von der niederländischen türkisch-islamischen Kulturföderation sowie Ömer Oral von der Hagener Milli-Görüs-Moschee teil. Die wöchentliche Sendung heißt „Dobra, Dobra“, das bedeutet soviel wie „geradeheraus, ganz offen“. Tevfik Kara hatte seine Gäste ins Studio nach Duisburg, ein altes Autohaus, eingeladen. 

Fahrettin Alptekin aus Werdohl ist Vorsitzender der örtlichen Ditib-Gemeinde und als Regionalvorsitzender für den Bezirk Essen für mehr als 130 Moscheen in NRW zuständig.

Kara und seine Gäste diskutierten über die zunehmenden Anschläge auf Moscheen in Deutschland und Europa. Kara berichtete über Zahlen, die von etwa 100 Anschlägen pro Jahr zwischen 2014 und 2018 ausgehen. Gemeinsam mit den Diskutanten war man sich allerdings einig, dass es mittlerweile wohl eher wöchentlich Anschläge auf NRW-Moscheen gebe. 

Hagener berichtet über Brandanschlag

Der Hagener Ömer Oral war in die Sendung eingeladen worden, weil es im Mai vergangenen Jahres einen Brandanschlag auf die IGMG-Moschee an der Elberfelder Straße gegeben hatte. Damals waren sechs Mülltonnen angezündet worden, die direkt am Gebäude standen. 

Das Innere der Moschee wurde stark verqualmt, insgesamt entstand ein Sachschaden von rund 100 000 Euro. Auf Überwachungskamera-Aufnahmen war zu sehen, wie ein unbekannter Mann mit seinem Hund an den Containern vorbeigeht und etwas Verdächtiges aus seiner Tasche zückt. Mittlerweile muss sich ein 53-Jähriger wegen des Brandanschlags vor Gericht verantworten. Ihm wird versuchter Mord vorgeworfen. 

Projekt im Juli 2019 gestartet

Der Sozialwissenschaftler Yusuf Sari von der Kölner Antidiskriminierungsstelle Fair hatte im Juli 2019 das Projekt brandeilig.org gestartet. Sari: „Diese Onlineplattform gewährleistet eine systematische Erfassung von Angriffen auf Moscheen und macht die Gefahren deutlich, denen muslimische Gemeinden gegenwärtig ausgesetzt sind.“ Sari war aufgefallen, dass es bei der Erfassung der Anschläge eine Diskrepanz zwischen den von der Antidiskriminierungsstelle registrierten und den offiziellen Daten des Bundeskriminalamtes gebe.

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