Annington bietet kompletten Bestand zum Verkauf an

Wie hier in der Carl-Diem-Straße will die Annington alle 570 Wohnungen in Werdohl verkaufen.

WERDOHL ▪ Die Deutsche Annington Immobilien Gruppe hat in der vergangenen Woche ihren kompletten Wohnungsbestand in Werdohl den Mietern zum Kauf angeboten. Es handelt sich dabei um sämtliche 570 Wohneinheiten mit mehr als tausend Mieterinnen und Mietern. Frank Jungbluth, Leiter der Konzernkommunikation: „Wir beabsichtigen die Veräußerung unseres gesamten Bestandes in Werdohl.“

Dabei werden den Mietern nicht die einzelnen Wohnungen angeboten, sondern gleich das ganze Mehrfamilienhaus. Im Anschreiben heißt es: „Wir möchten Ihnen und Ihren Mitmietern heute bevorzugt die Gelegenheit zum Ankauf des von Ihnen bewohnten Mehrfamilienhauses geben.“

Grund für den Verkauf sei, so Pressesprecherin Katja Weisker, dass die Deutsche Annington selektiv rund ein bis zwei Prozent ihres Bestandes pro Jahr verkaufe. „Ab und zu werden Mehrfamilienhäuser an Standorten verkauft, an denen es sehr aufwändig ist, zum Beispiel durch die Lage, sich um die Anliegen unserer Kunden optimal zu kümmern“, erklärte Weisker. Auf die Frage, aus welchem Grund der Verkauf gleich des kompletten Werdohler Bestandes beabsichtigt sei, gab sie keine konkrete Antwort.

Neben der Betreuung der Kunden gehöre es zu den Aufgaben eines Wohnungsunternehmens, so Weisker vielsagend, die künftige Entwicklung von Siedlungen zu betrachten.

Wie in den Anschreiben an die Mieter zu lesen ist, bietet Annington zunächst ein vierwöchiges Vorverkaufsrecht an. „Für den Fall, dass uns innerhalb der genannten vier Wochen kein Angebot von Ihnen vorliegen sollte, gehen wir davon aus, dass Sie kein Interesse an einem Ankauf haben“, heißt es in dem Schreiben.

Jungbluth wie auch Weisker betonten, dass sich die Mieter keine Sorge machen sollten, nach einem möglichen Verkauf ausziehen zu müssen. „Unsere Mieter können völlig unabhängig von den Verkaufsplänen selbstverständlich in ihren Wohnungen wohnen bleiben“, sagt Weisker. „Die Mietverträge gehen immer mit allen Rechten und Pflichten auf den Erwerber über.“ Konkrete Pläne, was den Umfang und den Zeitplan des möglichen Verkaufes angehe, gebe es nicht. „Im Falle einer Veräußerung sichert die Annington Ihnen auf Wunsch einen über das gesetzliche Maß hinausgehenden Kündigungsschutz zu, wenn Gründe vorliegen, die einen Härtefall nahe legen“, heißt es in dem Anschreiben. Härtefälle seien hohes Alter, Gebrechlichkeit, Behinderung oder schwere Krankheit. In diesen Fällen gewähre die Annington auf Antrag sogar ein lebenslanges Wohnrecht, das als Zusatz in den Mietvertrag aufgenommen werde. Katja Weisker betonte, dass ein möglicher Verkauf kein Grund für eine Mieterhöhung sei. „Das Mietrecht sieht verschiedene Bedingungen für die Möglichkeiten einer Mieterhöhung vor – ein Verkauf gehört aber nicht dazu.“

Von Volker Heyn

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