Nadelör K8: Angstraum Abbiegespur

Andreas Späinghaus, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins (von links), Anwohnerin Gisela Hinse und SPD-Ratsherr Jürgen Henke trafen sich gestern zum Ortstermin an der Einmündung zur K8. - Foto: Benninghaus

WERDOHL -  „Man steht da mit seinem Auto und denkt: Hoffentlich trifft er nicht“, beschreibt Gisela Hinse Situationen, die sie häufig erlebt, wenn sie aus Werdohl kommend in die K8 nach Kleinhammer abbiegen will und ihr im Gegenverkehr ein Lkw entgegen kommt. „Häufig sind die zu schnell, die Bundesstraße ist hier eng und kurvig.

Das ist hier ein Angsttraum“, sieht das der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Andreas Späinghaus genauso und auch Ratskollege Jürgen Henke meint: „Die zulässige Geschwindigkeit in diesem Nadelöhr ist zu hoch. Hier muss etwas passieren.“

Die SPD hatte in der Vergangenheit schon mehrfach auf diesen Gefahrenbereich hingewiesen. Bereits 2010 war die Verwaltung im Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung gebeten worden, eine Reduzierung der festgesetzten Geschwindigkeit von aktuell 70 km/ auf 50 km/h zu erreichen. Ein entsprechender Antrag wurden vom Landesbetrieb Straßen NRW, dem Straßenverkehrsamt und auch der Kreispolizeibehörde abgelehnt. Im vergangenen Sommer wurde der Antrag erneut gestellt – wieder folgte eine Ablehnung mit der Begründung, dass der Straßenabschnitt vom Unfallverhalten her unauffällig sei. Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit sei angemessen, zumal Lkw über 7,5 Tonnen außerhalb geschlossener Ortschaften auf Bundesstraßen nicht schneller als 60 km/h fahren dürfen. Die Behörden gehen davon aus, dass eine geringere Höchstgeschwindigkeit auch nicht angenommen werde, heißt es weiter in der Begründung.

Gisela Hinse, die in Kleinhammer wohnt und den Straßenabschnitt oft passiert, hat da andere Erfahrungen gemacht. Viele Lkw würden schneller fahren, als erlaubt. Wenn man auf der Abbiegespur nach Kleinhammer stehe, müsste man einfach Angst haben, dass die Fahrer ihre Kolosse zu weit nach innen lenken. Schlimm sei es auch, wenn im gleichen Augenblick auf der rechten Spur ebenfalls ein Lkw Richtung Lüdenscheid vorbei fahre. Dass bei einem Auto ein Außenspiegel abgefahren wurde, weil ein Lkw aus Lüdenscheid kommend zu weit links fuhr, hat auch der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Andreas Späinghaus selbst schon miterlebt. Er weist auch darauf hin, dass viele Fußgänger die Bundesstraße überqueren, etwa um mit ihren Hunden auf der alten Versestraße spazieren zu gehen. Erschreckend viele Lkw würden außerdem die K8 als Abkürzung nutzen, um möglichst schnell nach Plettenberg zu kommen. „Schwerlastverkehr hat auf dieser Strecke dabei nichts zu suchen“, ärgert sich Späinghaus und sieht vor allem eine Gefahr, wenn die schweren Transporter „mit heißen Bremsen“ den Berg von Pungelscheid herunter fahren.

Ratskollege Jürgen Henke sieht außerdem auf der Bundesstraße weitere Gefahrenpotentiale im Kreuzungsbereich Richtung Pungelscheid und aufgrund des an der Bundesstraße liegenden Parkplatzes. „Sechs Abbiegevorgänge sind hier auf einer Strecke von 100 Metern möglich – das ist happig“, so Henke. Sporadische Geschwindigkeitsmessungen würden darüber hinaus nichts bringen.

Die SPD werde sich daher weiter dafür einsetzen, dass die aus ihrer Sicht gefährliche Verkehrssituation im Versetal entschärft werde, kündigte Späinghaus am Freitag an. „Wir lassen uns nicht entmutigen und die Dinge einfach auf sich beruhen“, so der Vorsitzende der Werdohler Sozialdemokraten. Sollte ein Widerspruch geltend gemacht werden können, werde man ihn einreichen. Ansonsten werde bei der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung am 12. Februar ein neuer Antrag formuliert. Bei einer erneuten Ablehnung werde die aufsichtsführende Dienststelle herangezogen. Dann müsse der Regierungspräsident Stellung nehmen.

Von Simone Benninghaus

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