Werdohler Angler schützen aktiv die Umwelt

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Die – noch leeren – Müllbeutel parat, zogen die Angler von der Dammstraße los. Auch die Kleinsten waren motiviert.

Werdohl - Bierflaschen und Getränkedosen fänden sich eigentlich gar nicht mehr an den Flussufern, so die einhellige Meinung der Mitglieder des Werdohler Angelclubs Petri Heil. Seit der Einführung des Dosenpfands sei diese Art der Umweltverschmutzung spätestens Geschichte.

„Viele haben auch nicht so viel Kohle. Wer Hartz IV bekommt, der geht schonmal an der Lenne entlang und sammelt das Geld ein, was da quasi rumliegt“, vermutet einer der Angler. „Und da regt sich bald jeder auf, wenn der Sprit mal zwei Cent teurer wird.“ Gemeinschaftlich schütteln die Angler ihre Köpfe.

Am Samstag sind sie aber selbst die Lenne entlang spaziert, um deren Ufer gründlich zu reinigen. Das machen sie seit Jahren, denn Angler seien eben auch immer Umweltschützer.

Schnapsflaschen fänden sich erfahrungsgemäß aber immer noch in der Nähe des Wassers. Und viele Autoreifen. „Die werden gezielt dorthin gebracht, um sie in der Lenne unbemerkt zu entsorgen“, vermuten die Petri-Heil-Mitglieder. Verständnis haben sie dafür keines.

Plastiktüten sind der „Renner“ an der Lenne

„Vor allen Dingen finden wir aber Plastiktüten und anderes Verpackungsmaterial wie Styrophor“, bilanzieren sie. Verkehrsschilder, Hygieneartikel und Einkaufswagen seien auch nicht gerade seltene Funde.

Kuriose Funde habe es in den Vorjahren aber auch schon gegeben: Langfinger hätten so schon aufgebrochene Zigarettenautomaten oder Sparfächer aus den Gaststätten in die Lenne geworfen. Auch eine Gummi-Puppe sei schon einmal gefunden worden. Nachdem die Angler zunächst dachten, es handele sich tatsächlich um einen Toten, waren sie über diesen Fund letztlich doch froh.

In Vertretung des Vereinsvorsitzenden teilte Petri-Heil-Kassierer Udo Trabold am Samstagnachmittag seine Vereinskameraden in zwölf Gruppen ein. „Wir haben die Lenne in zwölf Bezirke eingeteilt“, erklärt der Kassen-Mann. „Und jeder Bezirk wird von sechs bis acht Mann gereinigt.“

Zwei Stunden waren die Angler am Samstag unterwegs. Ein Fahrzeug fuhrt derweil von Gruppe zu Gruppe, um volle Müllsäcke einzusammeln und den Unrat immer wieder zum bereit stehenden Container zu bringen. Zum Schluss kamen alle Aktiven an der Anglerhütte im Wintersohl zusammen. Dort wurde noch gegrillt. „Dazu gibt es ein Fläschchen Bier oder Wasser – je nach Geschmack“, versprach Trabold im Vorhinein.

17 Kilometer Flussufer an einem Tag gereinigt

„Insgesamt laufen wir heute 17 Kilometer Lenneufer ab, um es zu reinigen“, rechnete der Kassierer zusammen. Am kommenden Samstag kommen noch ein paar Kilometer dazu. Dann geht nämlich der zweite Lennereinigungstermin des AC Petri Heil über die Bühne.

„Unsere Jugend geht dann durch Wilhelmsthal. In Begleitung von Umweltschützern dürfen sie dann auch ins dortige Naturschutzgebiet, so lernen sie das auch einmal kennen“, erläuterte Trabold.

Wo er sich sonst über jede Einnahme für „seine“ Kasse freut, ist Trabold aber nun hoffnungsfroh, dass möglichst alle der aktuell rund 230 Petri-Heil-Mitglieder an einem der beiden Lennereinigungstermine teilnehmen.

Wer das aber nicht tut – und auch nicht, etwas aufgrund von Krankheit, entschuldigt ist –, der muss eine Strafe zahlen. 40 Euro pro Person fließen dann in die Vereinskasse. „Aber gut 80 Prozent aller Mitglieder nehmen an der Lennereinigung teil“, wissen die Angler aus den Vorjahren.

Von Michael Koll

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