Angeklagten nicht erkannt

WERDOHL ▪ Wie wichtig es ist, sich bei einer Nötigung im Straßenverkehr – wie dem zu dichten Auffahren oder der gerne benutzten Lichthupe  – nicht nur das Kennzeichen und den Vorfall zu notieren, sondern auch den Fahrer genau zu erkennen, bewies jetzt das Verfahren gegen einen 29-jährigen Altenaer.

Der sollte am 9. Mai auf dem Werdohler Höhenweg in Richtung Lüdenscheid dicht auf den Wagen einer 62-jährigen Schalksmühlerin aufgefahren sein. Dabei soll er unter anderem wild und durch die Fahrweise der 62-Jährigen genervt gestikuliert haben.

„Ich dachte nur: Der hat es aber eilig“, erklärte die 62-Jährige im Zeugenstand. Bei der ersten sich bietenden Gelegenheit schoss der Wagen des Angeklagten dann an ihrem vorbei, scherte knapp vor ihr wieder ein und bremste sie aus. Ihr Beifahrer notierte sich das Kennzeichen und was passiert war. Die Fahrerin erkannte im überholenden Wagen allerdings nur einen Mann mit einem Ohrring oder einem Headset fürs Handy im Ohr.

Aber selbst als der Angeklagte neben ihr vor dem Gerichtssaal auf dem Flur saß, erkannte die daraufhin befragte Zeugin ihn nicht als den Fahrer des drängelnden Wagens. Auch nach einem Ohrring oder offenen Ohrlöchern suchte der vorsitzende Richter Dirk Reckschmidt beim Angeklagten vergeblich, obwohl er den Mann genau in Augenschein nahm. Genügend Zweifel also zugunsten des Altenaers, der letztlich freigesprochen wurde. Unstrittig war aber, dass es der Wagen des Angeklagten war, den die Schalksmühlerin erkannt hatte. Der 29-Jährige wollte sich während der Verhandlung aber nicht zu einem möglichen anderen Fahrer äußern. ▪ gran

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