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Andreas Späinghaus: Das sagt der neue Bürgermeister zu den Arbeitsaufträgen der Werdohler

Was der neue Bürgermeister zuerst erledigen soll, wollte diese Zeitung in einer Onlineumfrage wissen. Andreas Späinghaus hat jetzt zu den möglichen Aufgaben und den Prioritäten der Werdohler Stellung bezogen.
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Was der neue Bürgermeister zuerst erledigen soll, wollte diese Zeitung in einer Onlineumfrage wissen. Andreas Späinghaus hat jetzt zu den möglichen Aufgaben und den Prioritäten der Werdohler Stellung bezogen.

In einer Online-Frage hat diese Zeitung die Werdohler gefragt, um welche Dinge sich der neue Bürgermeister Andreas Späinghaus (SPD) nach seiner Wahl zuerst kümmern sollte. Ganz oben stand für die Umfrageteilnehmer das Thema Einzelhandel, aber auch Sicherheit und Sauberkeit sind den Werdohlern sehr wichtig.

Das Umfrageergebnis hat Volker Griese mit dem Stadtoberhaupt in einem Interview erörtert.

Herr Späinghaus, die Mehrheit unserer Umfrageteilnehmer findet, dass Sie sich als erstes um die Stärkung des Einzelhandels in der Innenstadt kümmern sollten. Welche Möglichkeiten haben Sie, auf diesem Gebiet etwas zu erreichen?
Das, was sich zur Zeit im Werdohler Einzelhandel ereignet ist natürlich sehr traurig und dramatisch. Das betrifft aber nicht nur Werdohl, viele andere Kommunen leiden unter den auch durch die Corona-Pandemie dramatisch erschwerten Bedingungen für Einzelhändler. Verwaltungen haben nur einen begrenzten Einfluss, sie können die Rahmenbedingungen begleiten und gegebenenfalls verändern. Daran arbeitet die Werdohler Verwaltung derzeit. Hier ist jedoch nicht mit einem ganz schnellen Ergebnis zu rechnen. Das zu erarbeitende Stadtentwicklungskonzept und die Ergebnisse der Aktivitäten des City-Labs Südwestfalen (ein IHK-Projekt zur Stärkung kleiner und mittlerer Unternehmen und zur Steigerung der Attraktivität von Innenstädten. d. Red.) werden da sicher hilfreich sein.
Auch die Zukunft des WK Warenhauses liegt den Werdohlern sehr am Herzen. Ist zu erwarten, dass Sie sich in die Bemühungen, eine Nachnutzung für das Gebäude zu finden, einschalten werden? Haben Sie da überhaupt Einflussmöglichkeiten?
Das Thema WK-Warenhaus bewegt viele Werdohlerinnen und Werdohler so auch mich. Es gibt Gespräche in verschiedene Richtungen, über die ich natürlich nach anderthalb Wochen im Amt noch keine konkreten Aussagen treffen kann. Die Einflussmöglichkeiten sind auch da begrenzt, ich bin aber zuversichtlich, dass Bewegung in die Angelegenheit kommt.
Sicherheit und Sauberkeit lassen nach Meinung fast jedes achten Umfrageteilnehmers zu wünschen übrig. Was gedenken Sie zu unternehmen, um die Situation in Werdohl zu verbessern?
Sicherheit und Sauberkeit ist auch für mich ein Thema. Hier haben verwaltungsintern konkrete Gespräche zu Projekten stattgefunden, eine Umsetzung kann eventuell recht schnell erfolgen. Wir sind aber mit unseren Planungen noch nicht fertig.
Ungefähr genauso wichtig ist den Werdohlern, dass jetzt schnell die notwendigen neuen Feuerwehrgerätehäuser gebaut werden. Glauben Sie, dass mit dem Ratsbeschluss vom 2. November jetzt zumindest die Weichen für das Gerätehaus Stadtmitte richtig gestellt sind?
Der Prüfauftrag der CDU-Fraktion wird seriös „abgearbeitet“. Gemeinsam mit meinen Verwaltungsmitarbeiterinnen und -mitarbeitern und der Feuerwehr sind wir auf einem guten Weg die Weichen zu stellen.
Sie müssten sich zuerst einmal darum kümmern, die Personalsituation im Rathaus zu verbessern, meint etwa jeder zwölfte Umfrageteilnehmer. Derzeit sind ja einige Stellen unbesetzt, und sie selbst sprechen auch davon, dass Sie ein Team von motivierten Mitarbeitern brauchen. Wie sieht da Ihre Herangehensweise aus?
Ich habe in den ersten anderthalb Wochen viele unglaublich motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennengelernt und darüber freue ich mich sehr. Ich kann auf ein gutes Team zurückgreifen. Sicher gibt es der einen oder anderen Stelle einen sehr konkreten und sehr bedenklichen Mangel an Personal. Hier müssen interne konkrete Gespräche und gegebenenfalls auch Gespräche mit der Politik geführt werden, um den Mangel zu beheben. Ich bin im Rathaus sehr offen und ausgesprochen freundlich empfangen worden, dafür bin ich sehr dankbar. Wir haben eine gute Basis für eine gute Zusammenarbeit für Werdohl gefunden.
Der Lückenschluss auf dem Lenneradweg und die Bewältigung der Coronakrise scheinen den Werdohlern nicht so wichtig zu sein, glaubt man unserem Umfrageergebnis. Was sagen Sie dazu?
Laut NRW-Verkehrsministerium beabsichtigt die Landesregierung eine baldige und zügige Realisierung des Radweges. Der Landesbetrieb Straßen.NRW hat Ende September mit der Oberen Wasserbehörde verhandelt und Einigkeit darüber erzielt, dass der Radweg parallel zur Straße im Uferbereich der Lenne geführt werden kann. Dies wird aktuell untersucht. Damit wären die Grundlagen geschaffen, das Vorhaben erfolgreich weiter zu planen. Die Coronakrise beschäftigt mich täglich in den unterschiedlichsten Facetten und sie überlagert nicht nur meine Arbeit, sondern die ganze Arbeit der Verwaltung. Ich kann nicht mehr von einer Herausforderung sprechen, sondern eher von einer starken Belastung für alle. Ich möchte mich auf diesem Wege beim Krisenstab bedanken, dessen Mitglieder schon vor meiner Amtsübernahme eine unglaublich gute, aber auch persönlich sehr belastende Arbeit geleistet haben.
Gibt es aus Ihrer Sicht noch andere, wichtigere Dinge, um die Sie sich jetzt erst einmal kümmern müssen?
Ich kann die vielen Fragen im Moment, nach anderthalb Wochen im Amt, vielleicht nur vage beantworten. Wichtig ist jedoch, dass ich alle genannten Punkte auf der Agenda habe und einige Dinge bereis angegangen bin, teilweise schon sehr konkret in die Umsetzung gegangen bin. Es ist allerdings noch sehr, sehr früh, um erste Erfolge zu vermelden.

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