Anderen helfen macht Spaß

In der Kirche hatten die Sternsinger zuvor mit ihren großen Sternen Aufstellung genommen, um sich der Gemeinde schon einmal als große Gruppe zu präsentieren.

WERDOHL - Melissa ist 13 Jahre alt. Und zum fünften Mal zog sie am Sonntagnachmittag von der St.-Michael-Kirche aus durch die Gemeinde – mit Schminke im Gesicht und verkleidet als einer der Heiligen Drei Könige. „Das macht einfach Spaß mit anderen Kindern durch die Gemeinde zu ziehen und somit Mädchen und Jungen zu helfen, die krank sind“, erklärt sie ihre ungebrochene Motivation.

Claudia Dittrich, die gemeinsam mit Monica Sanchez und Ursula Schlotmann die Sternsinger-Gruppe seit Jahren leitet, weiß: „Wir haben den Kindern einen Film gezeigt über Mädchen und Jungen, die in Malawi auf der Flucht sind und für die wir in diesem Jahr Spenden sammeln. Danach sind unsere Sternsinger ganz betroffen aus dem Raum gegangen.“

34 Kinder bauten sich am Mittag vor dem Altar in der St.-Michael-Kirche auf und sangen für die Gemeinde von den drei Männern aus dem Morgenland, die den Stern erblickten. Organisatorin Sanchez blickt zurück: „Die Anzahl der Sternsinger ist seit Jahren recht konstant.“ Dittrich ergänzt: „Zehn Mädchen und Jungen sind in diesem Jahr allerdings erstmalig dabei. Die haben das in den Vorjahren bei den größeren Geschwistern gesehen und wollten unbedingt selbst mitmachen.“

Zwischen fünf und 15 Jahren alt sind sie, die nach dem Aussendungs-Gottesdienst zu den Patern ins Kloster gehen. Im Wohnzimmer der Ordensbrüder singen sie ihr Lied erneut. „Jetzt müssen wir nochmal die ganze Prozedur durchziehen“, stöhnt ein Mädchen. Ein anderes antwortet gelassen: „Das musst Du heute den ganzen Tag machen.“

Rund vier Stunden werden die Sternsinger von Haus zu Haus ziehen. Mit-Organisatorin Dittrich erläutert: „150 Familien haben sich gemeldet, dass sie den Besuch der Kinder wünschen. Dazu kommen die Nachbarn, die das sehen und die Mädchen und Jungen zu sich herüber winken.“

Im Kloster singen sie von ihrem Wunsch nach Frieden auf der ganzen Welt. Sie wünschen den Ordensbrüdern ein fröhliches Jahr. Dann ziehen sie ins Jugendheim, wo es – bevor sie starten – noch Würstchen im Brötchen zur Stärkung gibt.

Neben Melissa sind der zwölfjährige Lennart und die jeweils 13-jährigen Lena und Luzie die „Dienstältesten“. Sie sind alle das siebte Mal dabei. In den Folgestunden werden sie nicht nur Geld in ihre Sammelbüchsen bekommen, sondern sicherlich auch reichlich Süßigkeiten erhalten. Die aber – so verrät Dittrich – „gehen zum Großteil an die Werdohler Tafel“.

Von Michael Koll

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