Baggerfahrer weiter ohne Führerschein

Werdohl - Auch Baggerfahrer müssen zuweilen auf öffentlichen Straßen fahren. Das ist dann ein Problem, wenn die Fachkraft für Tiefbauarbeiten zuvor ihren Führerschein durch regelwidriges Fahren mit einem Personenkraftwagen verloren hat.

So ging es einem 36-jährigen Werdohler, der Polizisten am 17. Oktober in Bottrop dadurch aufgefallen war, dass er am Steuer seines Autos telefonierte. Bei der Kontrolle übergab er den Führerschein einer anderen Person als den angeblich eigenen.

Eine Überprüfung ergab, dass dem 36-Jährigen die Fahrerlaubnis vorübergehend entzogen worden war. Wegen des eingangs geschilderten Problems hatte der Mann Einspruch gegen einen Strafbefehl über 90 Tagessätze zu je 30 Euro eingelegt. Mehr noch als das Geld waren weitere neun Monate Fahrverbot ein Problem für ihn, weil er den Verlust seiner Arbeitsstelle befürchtete.

Grundsätzlich gab er das Fahren ohne Führerschein und die versuchte Täuschung aber zu: „Das stimmt!“ Richter Dirk Reckschmidt vom Amtsgericht Altena und Staatsanwalt Nils Warmbold legten dem Angeklagten angesichts der Rechtslage und der üblichen „Tarife“ für solche Vergehen dringend nahe, den Einspruch zurückziehen: „Mit diesen 90 Tagessätzen fahren Sie ungeheuer gut“, versicherte Richter Dirk Reckschmidt dem 36-Jährigen, wobei das Verb „fahren“ nicht ohne eine gewisse Komik war.

Nach langem Ringen mit sich und der unumstößlichen Rechtsordnung zog der Angeklagte seinen Einspruch schließlich zurück. Sein Betätigungsfeld ist damit weiterhin auf abgesperrte Baustellen beschränkt. - Von Thomas Krumm

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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