Werdohler Rentnerin stellt „Liebesfalle“ für Pflegedienstkraft

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Das Amtsgericht Altena spricht Pflegedienst-Mitarbeiterin frei. Sie wurde verdächtigt, eine Werdohler Rentnerin bestohlen zu haben.  

Werdohl - Einen Freispruch gab es im Amtsgericht Altena im zweiten Anlauf für die Mitarbeiterin eines Pflegedienstes (49), die bei einer Patientin angeblich 50 Euro gestohlen haben sollte.

„Es lässt sich nicht mit der für eine Verurteilung nötigen Sicherheit feststellen, dass Sie das gemacht haben“, sagte Richter Dirk Reckschmidt in seiner ebenso kurzen wie klaren Urteilsbegründung. Die Bestohlene hatte genau Buch geführt: Nachdem Anfang November zunächst 120 Euro und drei Wochen später noch einmal 200 Euro aus ihrer Wohnung in Werdohl verschwunden waren, hatte sie sich an die Polizei gewandt. Die empfahl das Auslegen einer sogenannten „Liebesfalle“ – eines Köders, um festzustellen, wer sich da zu Unrecht bereicherte. „Ich wollte gar nichts mehr reinlegen“ fürchtete die 82-Jährige weiteren Verlust.

Doch dann legte sie das Geld doch in die Schublade ihres Wohnzimmerschrankes und kennzeichnete die Scheine – frei nach dem Vorbild von Erich Kästners „Emil und die Detektive“. Für das tägliche Anwesenheitsprotokoll des Geldes bat sie ihre Nichte und ihre Schwägerin um Unterstützung. Per Unterschrift wurde täglich festgehalten, ob das Geld noch in der Schublade war.

Polizei kam zu spät für "Beweisaufnahme"

Als die 50 Euro am 19. oder 20. Dezember dann tatsächlich verschwunden waren, konnte die 82-Jährige sich keine andere Täterin als die Mitarbeiterin ihres Pflegedienstes vorstellen. Da die Polizei jedoch „zu spät“ gekommen sei, hätten die Beamten leider nicht mehr feststellen können, ob die Angeklagte im Besitz der gekennzeichneten Scheine war, bedauerte die Rentnerin.

Gerade weil dieser letzte Schritt in der aufwendigen Beweisführung aber nicht gegangen worden war, blieben Staatsanwalt und Richter skeptisch. Letztlich habe es entgegen den Aussagen der Zeugin doch noch andere Möglichkeiten gegeben, wie das Geld weggekommen sein könne. Die Angeklagte wiederholte in ihrem „Letzten Wort“ noch einmal die Beteuerung ihrer Unschuld: „Ich habe die Taten nicht begangen.“ Nach der Feststellung einer klassischen „Aussage-gegen-Aussage-Situation ohne weitere Beweismittel folgte konsequenterweise der Freispruch aus Mangel an Beweisen.

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