Die ambulante Pflege der Stadtklinik wird reduziert

WERDOHL ▪ Der von der Werdohler Stadtklinik angebotene ambulante Pflegedienst wird straffer und vor allem kostengünstiger organisiert, ohne dass damit jedoch Konsequenzen für das eingesetzte Pflegepersonal verbunden sind. Das sechsköpfige Mitarbeiter-Team bleibt bestehen.

Das bestätigte jetzt Thomas Hecker, der neue Pflegedienstleiter der Stadtklinik, auf Anfrage unserer Zeitung. Ein völliges „Ausklinken“ aus der ambulanten Pflege, wie es bereits gerüchteweise in der Bevölkerung heißt, werde es nicht geben. Umgesetzt werden laut Hecker lediglich Vorschläge, die ein Reorganisationsteam erarbeitet und dem Aufsichtsrat der Märkischen Kliniken zur Genehmigung vorgelegt habe. Reagiert wurde damit auf eine Negativ-Entwicklung, die bereits seit drei bis vier Jahren zu verzeichnen war. Andere Maßnahmen griffen nicht.

Bereits seit Anfang dieses Jahres, so Thomas Hecker, seien Überlegungen angestellt worden, wie mit der ambulanten Pflege an den Klinikum-Standorten in Werdohl, Letmathe und Lüdenscheid weiter verfahren werden solle, zumal „wir Nachteile gegenüber den privaten Anbietern haben“. Sicher ist: Die ambulante Pflege am Standort Letmathe wird eingestellt und privaten Diensten überlassen.

Für den Bereich Werdohl „wird das Geschäft reduziert“. Hauptaugenmerk lag auf der Bewertung der Fahrstrecken. Die Tourenplanung sei darauf ausgelegt, den Dienst kostendeckend zu betreiben. Ein Effekt, der auch eintritt, soweit das derzeit zu sagen sei.

Umgesetzt bedeutet das: Die Betreuung in den Nachbarschaftshilfezentren in Ütterlingsen und Pungelscheid bleibt uneingeschränkt bestehen, und auch ambulante Pflegefälle, die im Umfeld dieser Einrichtungen versorgt werden müssen, können versorgt werden – sofern die Wohnungen dem Schema des Tourplanes entsprechen.

Im Gegensatz dazu habe man jedoch den Versorgungsvertrag mit einigen Patienten kündigen müssen, so Pflegedienstleiter Hecker. Die jeweiligen Versicherungsträger, sprich Krankenkassen, sind informiert. Von den rund 75 in der Betreuung stehenden Personen seien 20 von dieser Maßnahme betroffen. Ihnen wurde – ohne Wertung und in alphabetischer Reihenfolge – eine Liste übermittelt, welche Dienste in Werdohl und Neuenrade (insgesamt sieben) eine ambulante Pflege anbieten.

Eine Empfehlung werde dabei nicht ausgesprochen. Das gelte auch für Fälle, in denen Patienten nach einem Krankenhaus-Aufenthalt ambulante Pflege in Anspruch nehmen müssen. Passen sie ins Fahrtstrecken-Schema könnten sie den Dienst der Stadtklinik in Anspruch nehmen, doch in jedem Fall haben sie freie Wahl.

Rainer Kanbach

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