Bilanz nach dem Umzug

„Wir werden respektiert“

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Antje Ulbrich (l.) leitet das Ambulant-Betreute Wohnen der Frauenhilfe. Gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen Marina Lunau und Jutta Schmellenkamp (v. l.) freut sie sich, dass der Umzug an die Bahnhofstraße viele Vorteile mit sich gebracht hat.

Werdohl - „Wir sind hier angekommen. Man nimmt uns wahr und wir werden respektiert.“ Diese Bilanz zieht Antje Ulrich, die Leiterin des Ambulant Betreuten Wohnen der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen. Vor etwa einem Jahr – im August 2018 – ist das Büro dieses Dienstes von der Neustadtstraße an die Bahnhofstraße 15 umgezogen – mitten in die Innenstadt.

„An dem vorherigen Standort wurden wir einfach nicht gesehen. Das ist jetzt anders“, stellt die 54-jährige Lüdenscheiderin Ulbrich fest. Seit 2012 ist die Gemeinde- und Sozialpädagogin bei der Frauenhilfe tätig; bis 2015 war sie Mitarbeiterin des Ambulant-Betreuten Wohnens, dann übernahm sie die Leitung.

Eines ihrer Ziele ist, den Dienst der Frauenhilfe noch bekannter zu machen. „Deshalb freuen wir uns nicht nur über den Standort, sondern auch darüber, dass wir hier über helle, freundliche Räume und genügend Platz verfügen“, sagt sie. Denn Letzteres habe dazu beigetragen, dass sich Gespräche mit Angehörigen von Klienten entwickeln konnten. „Und es hat auch zu neuen Klienten geführt“, berichtet sie.

Durchschnittlich würden die Klienten zwei bis vier Stunden wöchentlich betreut – und das zunächst für ein bis eineinhalb Jahre. „Manche benötigen unsere Hilfe dann aber über viele Jahre“, stellt Antje Ulbrich fest.

Die Menschen, die das Angebot in Anspruch nehmen, leiden beispielsweise an Depressionen, Phobien, Manien oder Psychosen. Sie kämpfen mit Alkohol-, Tabletten- oder Spielsucht. „Sie können ihren Tagesablauf nicht mehr koordinieren. Dabei helfen wir ihnen“, sagt Ulbrich.

Das erklärte Ziel des Ambulant-Betreuten Wohnens: Die Klienten sollen so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden bleiben. „Wir sind ein unterstützender Dienst“, so Ulbrich. Die Mitarbeiter helfen den Kunden beispielsweise beim Einkauf, begleiten sie zum Arzt oder zu Ämtern und erledigen gemeinsam mit ihnen Formalitäten. „Manchmal gehen sie auch mit ihren Klienten spazieren, wenn sich diese nicht mehr alleine aus dem Haus trauen.“

Ganz wichtig für die Kunden und die Mitarbeiter: „Es handelt sich um eine Bezugsbetreuung, die auf langem Weg bestehen bleibt. Ein Klient hat ein bis zwei feste Betreuer. Vertrauen spielt eine ganz wichtige Rolle“, erklärt Ulbrich.

Ergänzend zu dieser persönlichen Betreuung bestehen seit dem Umzug die offenen Angebote unter dem Motto „Komma rein“. Und daran nehmen nicht nur Klienten, sondern auch andere Menschen teil, die sich angesprochen fühlen, stellt die Leiterin des Ambulant-Betreuten Wohnens fest.

An jedem ersten Samstag im Monat bietet die Frauenhilfe an der Bahnhofstraße zwischen 11 und 14 Uhr einen Frühstücksbrunch an. „Manchmal nehmen mehr als 20 Personen teil“, freut sich Ulbrich. Für einen Kostenbeitrag von drei Euro pro Person gebe es dann „immer richtig was auf die Gabel“. Auch das Begegnungscafé, das an jedem dritten Freitag im Monat zwischen 14 und 17 Uhr stattfindet, sei immer sehr gut besucht.

Lediglich das dritte offene Angeboten „kränkelt etwas“, stellt Ulbrich fest: „Deshalb werden wir die offene Sprechstunde, die donnerstags von 10 bis 12 Uhr angeboten wird, jetzt auch umbenennen.“ Künftig findet an der Bahnhofstraße 15 donnerstags jeweils der „Infotag“ statt („Das klingt einladender“) – zu dem jeder willkommen ist, der sich über das Angebot der Frauenhilfe informieren möchte.

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