Ambulant Betreutes Wohnen der Evangelischen Frauenhilfe hat neue Räume

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Die Lüdenscheiderin Antje Ulbrich leitet das Ambulant Betreute Wohnen der Evangelischen Frauenhilfe in Werdohl. Morgen werden die neuen Räume an der Bahnhofstraße offiziell eröffnet.

Werdohl - Das Ambulant Betreute Wohnen der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen hat in Werdohl neue Räume bezogen. Die Einrichtung, die Menschen mit einer psychischen Behinderung oder Suchtproblemen Hilfen anbietet, ist jetzt mitten in der Stadt zu finden.

Die Evangelische Frauenhilfe bietet psychisch behinderten oder suchtkranken Menschen im Märkischen Kreis bereits seit 30 Jahren Unterstützung an: Fast durchgängig in Werdohl, nur vorübergehend war die Einrichtung einmal in Plettenberg ansässig. Zuletzt hatte sie ihre Anlaufstelle im Gewerbehof an der Neustadtstraße, dort allerdings in der dritten Etage. Das war einer der Gründe, warum die Frauenhilfe sich nach anderen Räumen umschaute. 

Fündig wurde sie dann an Bahnhofstraße, wo bis zum Sommer vergangenen Jahres das Beauty-Center Groll zu finden war. Nach dessen Umzug in das ehemalige Modehaus Keinecke wurden die Räume umgebaut. Neben Büros und einem großen Besprechungsraum für ihre überwiegend weiblichen Fach- und Assistenzkräfte hat die Frauenhilfe dort auch eine Cafeteria mit Teeküche für ihre Klienten und Besucher einrichten können. 

Neuer Standort bietet viele Vorteile 

„Wir haben hier mehr Platz als vorher. Und die Busse halten praktisch direkt vor unserer Haustür“, nennt Einrichtungsleiterin Antje Ulbrich zwei Vorteile des neuen Domizils. Auch die räumliche Nähe zur Tagesstätte der Frauenhilfe, die ein ähnliches Angebot hat und nur ein paar Häuser weiter zu finden ist, sei vorteilhaft. Und durch den neuen Standort mitten in der Stadt könne die Frauenhilfe Menschen mit einer psychischen Behinderung oder mit Suchtproblemen aus der „Schmuddelecke“ holen und ihnen eine Begegnungsfläche schaffen. 

Leiterin Antje Ulbrich und Angelika Losigkeit, Kathrin Bernhardi sowie Marina Lunau (von links), die zu den Fachkräften im Team zählen, verfügen am neuen Standort in der Stadtmitte auch über einen großen Besprechungsraum.

Gelingen soll das durch verschiedene Angebote, die auch für Interessenten offen sind. Beispielsweise soll die Einrichtung ab September immer donnerstags von 10 bis 12 Uhr geöffnet sein. „Dann wird unsere Tür – wenn es das Wetter zulässt – tatsächlich offen stehen. Wir informieren dann über unsere Arbeit, wer Hilfe sucht, kann aber auch einen ersten Kontakt knüpfen“, erklärt Leiterin Ulbrich. Betroffene und Angehörige, aber auch Interessierte seien dann willkommen. Auch an jedem ersten Samstag im Monat soll es zwischen 11 und 14 Uhr ein offenes Angebot geben, ebenso an jedem dritten Freitag eines jeden Monats von 14 bis 17 Uhr. 

Das Ambulant Betreute Wohnen der Frauenhilfe betreut derzeit mit 23 hauptsächlich weiblichen Mitarbeitern 120 Klienten beiderlei Geschlechts aus dem gesamten Märkischen Kreis. Und die Zahl der Klienten wächst: „Allein in diesem Jahr sind 15 Personen hinzugekommen“, berichtet Ulbrich. 

Team von 23 Fach- und Assistenzkräften 

Zum Team der Einrichtung gehören Sozialarbeiterinnen, Sozialpädagoginnen, Heilpädagoginnen, Krankenschwestern und Erzieherinnen, die als Fachkräfte tätig sind. Daneben gibt es Quereinsteiger, die die Fachkräfte unterstützen. Alle zusammen helfen den Klienten, die in ihren eigenen Wohnungen oder Wohngemeinschaften leben, bei der Bewältigung ihres Alltags. Sie begleiten sie in Krisen und im Umgang mit ihrer Krankheit oder beraten und unterstützen sie bei Einkäufen und im Umgang mit Ärzten und Behörden. „Ganz wichtig ist es, dass wir ein Vertrauensverhältnis aufbauen können“, betonte Ulbrich, dass es auf eine respektvolle und wertschätzende Begleitung der Klienten ankommt. Deshalb habe auch jeder Klient seinen festen Ansprechpartner. Viele Menschen begleitet die Frauenhilfe über Jahre, manche sogar über Jahrzehnte. 

Das Ambulant Betreute Wohnen ist eine Leistung der Eingliederungshilfe auf Grundlage des Sozialgesetzbuches. Finanziert wird sie vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe, der auch den individuellen Bedarf der Betroffenen festlegt.

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