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Bald schon vergriffen? Viel Interesse an Industrie-Gelände im MK

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Von: Volker Heyn

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Der von Georg Fischer aufgegebene Komplex am Bahnhof könnte vielleicht schon bald wiederbelebt werden.
Die Firma Georg Fischer ist derzeit damit beschäftigt, ihre Besitztümer, Gerätschaften und Maschinen aus dem aufgegebenen Werk am Bahnhof herauszuholen. Wenn die Gebäude verkauft werden, sollen sie laut Makler leer übergeben werden. © Griese, Volker

Der Verkauf des Industrieareals von GF am Bahnhof scheint zu gelingen. Der von Georg Fischer beauftragte Plettenberger Makler Ralf Beßler hofft, im Frühjahr das Gelände an einen neuen Eigentümer vermittelt zu haben.

Werdohl - In dem Geschäft scheint sogar eine gewisse Dynamik zu liegen. Beßler hatte auf Einladung des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung Anfang Oktober von zwei ernsthaften Interessenten aus Werdohl und aus Altena gesprochen. Beide könnten sich vorstellen, den gesamten Komplex zu kaufen, sagte Beßler gegenüber den Ausschussmitgliedern.

Jetzt, Ende Dezember, sehe die Lage schon wieder anders aus. Der Altenaer Interessent sei vom Kauf zurückgetreten, weil ihm die Stadt Altena ein Angebot gemacht habe, das derjenige wohl nicht ablehnen konnte und wollte. Dieser Interessent sei schon sehr weit gekommen in seiner internen Überprüfung.

Allerdings spricht Beßler in diesem Tagen auf Nachfrage bereits von insgesamt vier Interessenten. Alle hätten sich die umfangreichen Gebäude bereits eingehend angeschaut. Diese vier Unternehmensvertreter seien jetzt in internen Gesprächen, welche Abteilungen wohin könnten, wie was umgestaltet werden müsste, welche Finanzierungsmöglichkeiten es gebe und ähnliche Fragen seien abzuklären. Bei größeren Firmen müsse auch Rücksprache mit dem Vorstand gehalten werden. Der eigentliche Verkaufsabschluss werde deshalb vermutlich im Frühjahr über die Bühne gehen, schätzt Beßler.

Die Immobilie ist auf der Internetseite des Plettenberger Maklers derzeit mit einem „reserviert“ gekennzeichnet. Das bedeute, so Beßler auf Nachfrage, dass er „im Augenblick nicht unbedingt den nächsten Interessenten reinbringen“ müsse.

Beßler bestätigte, dass die Unternehmensführung von Georg Fischer ihre Gebäude in diesen Tagen leer räume. Auf den Fotos im Exposé von RB Makler sind noch Lagermaterial, Maschinen und Werkstätten zu sehen. Bei einem Verkauf würden die Gebäude dem neuen Eigentümer komplett leer übergeben, sagte Beßler.

Die Nachfrage nach gut 27 000 Quadratmetern – davon knapp 19 500 Quadratmeter teilweise unterkellerte Hallen – mitten in Werdohl habe ihn sehr überrascht, so Beßler. Es sei bemerkenswert, wie hoch das Interesse an dem Firmenkomplex sei. Diese Nachfrage passt aber in das Bild, dass Vertreter von Wirtschaftsverbänden seit Jahren für diese Region zeichnen. Es herrsche ein Mangel an Erweiterungsflächen für die südwestfälische Wirtschaft, heißt es dort.

Die Stadt Werdohl ist auf Initiative der Werdohler Bürgergeneinschaft (WBG) aus den Planungen und der direkten Beteiligung an der Erweiterung des Gewerbeparks Rosmart ausgestiegen – nicht zuletzt mit der Argumentation, Brachflächen wie eben das Werk von GF oder auch die Fläche von Mark-E in Elverlingsen in einer gewerblichen Nutzung zu halten.

Beßler hat die 27 000 Quadratmeter Gewerbeflächen samt Gebäude bereits seit Mitte 2020 in der Vermarktung, doch GF produzierte am Bahnhof noch länger als ursprünglich geplant. Letztlich wurde bis Juni 2021 gefertigt, obwohl der letzte offizielle Gusstag bereits am 25. September 2020 feierlich begangen wurde. In dem Werk am Bahnhof waren rund 400 Menschen mit dem Guss von Motorblöcken und Getriebegehäusen aus Aluminium für Fahrzeuge beschäftigt. Rund 60 Jahre wurde dort von GF und Vorgängerfirmen Aluminium gegossen. Der Schweizer GF-Konzern schloss das Werk aus wirtschaftlichen Gründen.

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