Superior Industries in Dresel

Pfeiler für Neubau im Gewerbegebiet Dresel stehen

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Die größere der beiden neuen Hallen auf dem Firmengelände von Superior Industries in Dresel wächst jeden Tag. Die  Träger sind aufgerichtet, nach und nach kommen Fertigbetonteile hinzu.

Werdohl - Die im Juni vergangenen Jahres angekündigten großen Veränderungen bei Superior Industries in Dresel sind deutlich sichtbar geworden: Die Pfeiler einer neuen Halle stehen, derweil sind riesige Stapel von Alufelgen übergangsweise im Freien untergebracht.

Das Unternehmen wollte sich aktuell weder zum Baufortschritt und auch nicht zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf die Produktion äußern. Die Assistentin der Geschäftsführung, in Werdohl vertreten durch Prokurist und Werkleiter Christof Martin, arbeitet im Homeoffice: „Wir möchten eine Stellungnahme auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.“

Dennoch hat sich seitdem einiges getan: Nach der Bekanntmachung der Erweiterungs-Pläne brauchte Superior Industries für den direkt an der Lenne liegenden Produktionsstandort eine Sondergenehmigung der Bezirksregierung. Die liegt seit dem 15. November vor. Die Arnsberger Behörde erteilte einen Bescheid gemäß Bundes-Immissionsschutzgesetz „zur wesentlichen Änderung der Anlage zum Gießen und Schmelzen von Nichteisenmetallen (Aluminium)“ durch einen Kombi-Schmelzofen und Gießmaschinen.

Schon vorher, im Oktober, wurde die erste Halle errichtet, dort ist eine Lackieranlage eingerichtet. Dafür brauchte man keine besondere Genehmigung. Wohl aber für die Wärmebehandlung, die in der jetzt errichteten Halle betrieben werden soll. Die bisherige Versandhalle und eine als Räderlager und für die Instandhaltung genutzte Halle sind abgerissen worden. Der Versand ist in Leichtbauhallen – bessere Großzelte – untergebracht. Bis dato war noch ab 2022 der Bau eines Hochregallagers geplant, ob solche Pläne in Nach-Corona-Zeiten weiterverfolgt werden, weiß niemand.

An der großen Halle in Dresel wird jedenfalls mit vollem Einsatz gebaut. Jeden Tag entstehen neue Pfeiler, die ersten Beton-Fertigelemente sind aufgelegt. Bald wird der Baukörper der Halle geschlossen sein.

Bei der Vorstellung der Erweiterungspläne Ende Juni war sogar noch der damalige Vorstandsvorsitzender Dr. Wolfgang Hiller aus Detroit live zugeschaltet worden. Demnach will Superior Industries in sein Werdohler Werk bis ins Jahr 2020 rund 65 Millionen Euro investiert haben. Für den früheren Europa-Chef des Technologieführers in der Aluminiumradbranche sei der Betrieb in Werdohl das „Aushängeschild“. Der Standort sei „extrem wichtig“, das Wissen der Mitarbeiter unverzichtbar.

Dr. Wolfgang Hiller wusste zu dem Zeitpunkt sicher, dass er die Superior Industries Europe AG wenige Tage später verlassen würde. Hiller ist seitdem Geschäftsführer und Vorstandsmitglied der Mubea-Gruppe mit Sitz in Attendorn. Dort gab es Mitte Februar nicht ganz so gute Nachrichten: Die Arbeitnehmer von Mubea stimmten einer Tarifabweichung zu. Das Gehalt fällt geringer aus und sie verzichten auf Sonderzahlungen.

Bei Superior Industries wurde vergangenen Sommer Dr. Karsten Obenaus in den Vorstand berufen. Dr. Obenaus war bis dato als Finanz-Geschäftsführer im Unternehmen tätig.

Die großen Radlager unter freiem Himmel in Dresel werden durch unübersehbare Video-Anlagen überwacht.

65 Millionen Euro will Superior Industries, zweitgrößer Aluminiumradhersteller der Welt, bis 2022 in seine 1976 gegründete und danach stetig ausgebaute Alufelgenfabrik in Dresel investieren. Die Qualitäten der Mitarbeiter hätten dem Aluradhersteller Uniwheels vor dessen Übernahme durch Superior Industries im Frühjahr 2018 zu einem beachtlichen wirtschaftlichen Aufschwung verholfen und einen Jahresverlust von rund 7 Millionen Euro im Jahr 2012 in einen Gewinn von mehr als 22 Millionen im Jahr 2018 verwandelt.

Alleine die beiden neuen Hallen und die dafür vorgesehenen Anlagen, die Anfang 2021 die Produktion aufnehmen sollen, kosten laut Werkleiter Martin rund 34 Millionen Euro. Weitere rund 31 Millionen Euro sollen in einen neuen Schmelzofen, eine Prüfanlage, ein automatisches Bearbeitungszentrum, in die Vernetzung von Robotern sowie andere Ersatzbeschaffungen und Maßnahmen zur Produktivitätssteigerung investiert werden.

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