Alu-Kokillenguss will weitermachen

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Geschäftsführer Thomas Meier möchte gerne die Firma AKG selbst übernehmen.

WERDOHL ▪ „Ich bin ganz sicher, dass wir aus dieser Insolvenz gestärkt hervorgehen.“ Thomas Meier, angestellter Geschäftsführer der Alu-Kokillenguss GmbH an der Vorthstraße, will das Unternehmen und seine 16 Mitarbeiter retten.

Am 10. Januar hatte Meier Insolvenz beantragen müssen, weil die Hausbank die Kreditlinie gekappt hatte. Über die Art und Weise ist Meier immer noch empört. „Still und heimlich“ habe die Bank den vereinbarten Überziehungsrahmen über die Kontokorrentlinie aufgelöst. Meier: „Unvorstellbar.“ So fehlten nach Meiers Angaben letztlich 40 000 Euro zur Vorfinanzierung der Produktion im Januar – eine angesichts eines Jahresumsatzes von 1,5 Millionen Euro vergleichsweise geringe Summe.

Zur Zahlungsunfähigkeit sei es gekommen, weil die Auftragslage im November und Dezember zusammen nur etwa 70 Prozent eines durchschnittlichen Monats ausgemacht hätte. In November sei ausproduziert worden, im Dezember wurde Kurzarbeit gefahren. Den „Genickschuss“ habe es dann gegeben, als die Hausbank plötzlich keinen Kredit mehr einräumte.

Rechtsanwalt Martin Buchheister aus Lüdenscheid wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestimmt, er rief Anfang der Woche eine Betriebsversammlung ein. Buchheister: „Wir führen das Unternehmen weiter fort.“ Es gebe genügend Kunden und Partner, die ein Interesse am Fortbestehen der AKG hätten. Die Löhne für November seien gezahlt worden, der Dezember wurde durch Kurzarbeit aufgefangen, für Januar bis Ende Februar gibt es jetzt Insolvenzausfallgeld. Buchheister: „Ich habe einen guten Eindruck von dem Unternehmen und dem Geschäftsführer.“

Meier plant jetzt, die Firma im Rahmen eines Management-Buy-Out Modells zu übernehmen. Er ist angestellter Geschäftsführer, die Gießerei gehört der Gesellschafterin Petra Neumann aus Balve. Meier ist in Gesprächen mit zwei Partnern von Gießereien, die in die AKG investieren wollen. Er erfahre im Moment soviel Zuspruch von Kunden, Partnern und Lieferanten, dass er sich davon getragen fühle. An der Vorthstraße gebe es auch noch genügend Raum und Kapazität für Wachstum.

Die AKG wurde 2001 als GmbH gegründet und ist aus der Gießerei von Rahmer und Jansen hervorgegangen. Der Hydraulik-Bereich von Rahmer und Jansen wurde damals von Raja Lovejoy übernommen. Die AKG produziert Alu-Gussteile für den Armaturen- und Getriebebau sowie Sonderpumpen, für die Elektroindustrie, Automotive und den Maschinen- und Apparatebau. ▪ heyn

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