Altenaer Solidarität wird angezweifelt

Viele Kinder erlernen bei der Musikschule Lennetal ein Instrument. Jetzt kann kein Schüler aus Altena mehr aufgenommen werden.

WERDOHL - Will die Stadt Altena die Solidarität in der Musikschulgemeinschaft verlassen? Diese Frage stellen sich Musikschulleiter Martin Theile und die Werdohler Vertreterin im Musikschulvorstand, Regina Wildenburg. Dienstagabend wurden die Mitglieder in einer ordentlichen Mitgliederversammlung in Werdohl über den Stand der Dinge aus Sicht der Musikschulleitung informiert.

Von Volker Heyn

Das Dilemma steckt im Stärkungspakt: Zwei der vier Trägerkommunen sind durch die Landesregierung an strenge Sparauflagen gebunden. Während Werdohl politisch andere Akzente setzt und VHS und Musikschule mit Sitz in Werdohl mehr entgegenkommt, werde in Altena kompromissloser gespart. Neuenrade und Plettenberg sind als Trägerkommunen finanziell noch einigermaßen gut aufgestellt, von hier aus gibt es keine Sparauflagen.

Nach Prüfung durch die Gemeindeprüfungsanstalt sollen im Altenaer Musikschulhaushalt 25 000 Euro eingespart werden, das seien 15 Prozent der kommunalen Zuschüsse. Werdohl habe auch reduzieren müssen, so Theile, das habe er wirtschaftlich darstellen können.

Die Altenaer Politiker hingegen verfolgten eine Zusatzeinsparung „über das machbare hinaus“, so Theile. 17 000 Euro der verlangten 25 000 Euro habe er realisieren können, es bleibe eine Differenz von 8000 Euro. Den gesamten Beitrag von Altena habe er damit von 102 000 auf 85 000 Euro senken können.

Enthalten sei darin schon ein Aufnahmestopp. Es heiße offiziell zwar, dass eine Warteliste eingerichtet werde, ab faktisch könne eben kein Altenaer Kind mehr in die Musikschule aufgenommen werden. Radikal könnten die 8000 Euro übrigens auch eingespart werden, so Theile: „Es müssten zwanzig Altenaer Schüler ausgeschult werden.“ Das könne aber niemand wirklich wollen.

Die Gemeindeprüfungsanstalt habe vier Sparmöglichkeiten erkannt: Gebührenhöhe; Verhältnis Gruppen-/Einzelunterricht; Art der Beschäftigungsverhältnisse der Lehrkräfte; Leistungseinschränkungen. Die Empfehlungen der Prüfungsanstalt basierten ausschließlich auf wirtschaftlicher Sichtweise, so Theile. An dieser Stelle klafften die Darstellungen der beiden Stärkungspaktkommunen auseinander: Werdohl diskutiere und wäge ab, Altena würde einfach nur umsetzen.

Die Musikschule bestehe aber eben nicht nur aus den beiden Stärkungspaktkommunen, sondern alle vier Städte seien gleichwertig vertraglich verpflichtet. Die von Altena weiter geforderten 8000 Euro ließen sich auch nicht nur allein für Altena darstellen, so Theile: „Man müsste dann für jede Stadt eine eigene Gebührenordnung aufstellen.“

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