Die alten Akten können kommen

Fiebert der neuen Tätigkeit im Werdohler Stadtarchiv entgegen: Reinhild Wüllner-Leisen. -  Foto: Heinze

WERDOHL -   Reinhild Wüllner-Leisen wird sich künftig um das Stadtarchiv im Werdohler Bahnhof kümmern. Das teilt Michael Grabs, allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, jetzt auf Anfrage mit.

Zum Hintergrund: Weil im Kreisarchiv in Altena – dort werden auch die historischen Schriftstücke aus der Stadt an Lenne und Verse aufbewahrt – langsam der Platz knapp wird, muss die Werdohler Stadtverwaltung ihr Archivgut zurücknehmen. 120 laufende Meter Akten sollen künftig im urigen Kellergewölbe des Werdohler Bahnhofes Platz finden.

Im Zuge einer internen Stellenausschreibung hatte die Verwaltung in den vergangenen Monaten die halbe Stelle zur Betreuung des Archivs ausgeschrieben. Zwei Bewerbungen gingen laut Grabs ein. Im Anschluss an ein Vorstellungsgespräch, in dem Kenntnisse zur Betreuung eines Archivs sowie unter anderem auch stadtgeschichtliche Hintergründe abgefragt wurden, hätten sich die Verantwortlichen im Rathaus für Reinhild Wüllner-Leisen entschieden, so Grabs weiter.

Sie kümmerte sich nach eigenen Angaben bisher im Rahmen einer Vollzeitstelle in der Kulturabteilung um den Denkmalschutz, die Heimatpflege samt Stadtmuseum sowie um die Organisation von Kulturveranstaltungen. Ein kleiner Teil ihrer Tätigkeit umfasste bereits die Archivarbeit. Wüllner-Leisen: „Ich habe bisher Anfragen bezüglich des Archivs beantwortet und weitergeleitet und beispielsweise Festschriften und andere Publikationen zur Stadtgeschichte für das Archiv gesammelt.“

Die halbe Stelle für das Archiv wird nun in der Kulturabteilung fehlen, wie Grabs erklärt. Er fügt hinzu, dass deren Wegfall durch die Aufgabe der Kulturbogenveranstaltungen Mitte des kommenden Jahres zu kompensieren sei.

Wüllner-Leisen fiebert ihrer neuen Tätigkeit indes entgegen. Die 56-Jährige, die gebürtig aus Werdohl stammt, hat Kunstgeschichte und in den Nebenfächern klassische Archäologie und Städtebau studiert. „Ich habe ein starkes geschichtliches Interesse. Die Arbeit im Archiv ist eine Herausforderung und eine Erweiterung dessen, was ich bisher gemacht habe“, erklärt sie.

Ihre neue Aufgabe beschreibt sie so: „Ich werde das Archivgut aus Altena betreuen und verwalten und dieses den Nutzern zugänglich machen.“ Auch wolle sie das Findbuch, in dem alle historischen Schriftstücke zur Stadtgeschichte thematisch aufgeführt sind, feiner gliedern, um den Archivnutzern die Suche zu erleichtern. Ein weiterer wichtiger Teil ihrer Aufgabe bestehe zudem darin, den Altaktenbestand im Rathaus auf dessen Archivtauglichkeit zu prüfen. „Ich möchte auch mal eine Ausstellung organisieren und Schülergruppen durch das Archiv führen“, so die Verwaltungsmitarbeiterin. Doch bevor es soweit ist, muss erst eine sogenannte Kompaktusanlage bestellt werden, in der die zahlreichen Akten Platz finden.

Auch muss Wüllner-Leisen noch einige Fortbildungen belegen. Denn Archivare müssen normalerweise ein spezielles Studium oder eine spezielle Ausbildung absolvieren. „Die Mitarbeiter des Kreisarchivs in Altena werden mich künftig fachlich beraten“, sagt die Werdohlerin, die seit 23 Jahren im Rathaus arbeitet.

Neben dem Archiv wird Wüllner-Leisen auch den Infopoint im Bahnhof betreuen. Dieser soll – wie berichtet – auch mit Mitarbeitern der Marketinggesellschaft sowie mit Ehrenamtlichen besetzt werden.

Neben ihrer Tätigkeit im neu entstehenden Stadtarchiv bleibt Wüllner-Leisen der Kulturabteilung mit einer halben Stelle erhalten, wie sie abschließend berichtet.

Von Ute Heinze

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