Alte Uniformen und Helme

Frank Bresk präsentiert einige seiner historischen Helme, die in seinem Museumskeller zu sehen sind

WERDOHL - Einmal Feuerwehrmann, immer Feuerwehrmann. Das gilt – neben vielen anderen Kameraden – auch für Frank Bresk (44). Für ihn jedoch in besonderem Maße, denn er ist, wie man so schön sagt, familiär vorbelastet. Immerhin trugen Großvater Werner Kleinsorge und auch Vater Gert bereits den Blauen Rock. Da war der Weg des Sohnes natürlich vorgezeichnet. Er trat 1981 in die Werdohler Jugendfeuerwehr ein und kletterte auf seiner Karriereleiter bis hinauf zum Brandinspektor. Die Verbundenheit mit der Feuerwehr führte bei Frank Bresk vor sechs Jahren schließlich auch dazu, dass er alles zu sammeln begann, was mit dem Feuerwehrwesen zu tun hatte.

Dass sich daraus eine recht spannende Leidenschaft entwickeln könnte, ahnte der 44-Jährige damals noch nicht, als er in der Verwandtschaft und im Freundeskreis fragte, ob es alte Ausrüstungsteile oder Uniformen gebe, die er bekommen könnte. Inzwischen hat er sich in einem Kellerraum seines Domizils an der Neuenrader Straße ein kleines Museum eingerichtet, in dem so manches kleine Schätzchen aufbewahrt wird.

So tauchte durch Zufall auch eine alte Feuerwehr-Uniform des Opas aus den fünfziger Jahren auf, aber die allerersten Teile waren ein alter Hanfschlauch und zwei Messingstrahlrohre. Und auch eine kleine Uniform samt Schiffchen, die die Oma ihrem Enkel aus einer ausrangierten Jacke geschneidert hatte, findet im Keller einen Ehrenplatz. „Das Teil war damals ein echter Hingucker“, berichtet Frank Bresk voller Stolz und ist froh, dass dieser Blaue Rock die Zeiten überdauert hat und gerettet werden konnte, genau wie Uniformen aus den sechziger und siebziger Jahren.

Die Sammelleidenschaft des 44-Jährigen sprach sich schnell herum. So schenkte ihm der frühere Amtsbrandmeister Armbrecht einen historischen Lederhelm und auch ein Signalhorn, mit dem der frühere Feuerwehrchef – so sagt man – sonntags zur Übung geblasen habe. Da in dem Museumskeller an der Neuenrader Straße zuweilen auch Sitzungen oder gemütliche Zusammenkünfte abgehalten wurden, ergab es sich, dass auch Bresks Freund und Kamerad Frank Müller die Sammlung zu erweitern half. Von ihm stammen einige historische Feuerwehrhelme aus Norwegen, dem ehemaligen Jugoslawien und Frankreich, komplettiert durch einen Luftschutzhelm aus dem Dritten Reich und weitere, zum Teil aus Leder gefertigte Exemplare. Natürlich fehlen auch diverse Mützen nicht, die zu Ausgehuniformen getragen wurden.

Dass es sich durchaus lohnt, den eigenen Dachboden auch ein zweites Mal im Rahmen einer Entrümpelungsaktion genauer unter die Lupe zu nehmen, zeigte sich, als irgendwo dort eine sogenannte Volksgasmaske und ein Lösch-Eimer aus Leder gefunden wurden. Beides inzwischen seltene Exemplare, die – neben neueren, aber inzwischen ausrangierten Ausrüstungsgegenständen – ebenfalls einen Ehrenplatz erhalten haben. Feuerwehr – das heißt auch: Fahrzeuge! Nicht in Natura, obwohl auch das sicher eine tolle Sache wäre, wenn der Platz da wäre; aber als Modellautos eben. Weit über 100 Exemplare (nicht nur aus Deutschland) hat Frank Bresk auf einem Board „aufgefahren“ – ergänzt durch ebenfalls weit über 100 penibel bemalte Metallfiguren aus aller Welt. In seinem Keller sind auch Bilder von Einsatzfahrzeugen von einst und jetzt sowie Feuerwehrkalender zu sehen.

Alle Sammlerstücke benötigen natürlich Platz. Will heißen: Frank Bresk denkt darüber nach, seinen Museumskeller zu erweitern, um auch jene Stücke in die Sammlung eingliedern zu können, die derzeit zwangsweise auf dem Dachboden liegen oder stehen; darunter gewiss auch Bilder und Zeitungsausschnitte von Einsätzen, an denen Bresk selbst beteiligt war, wobei sich der 44-Jährige noch gut erinnert: Er war gerade von der Jugendfeuerwehr in den aktiven Dienst des Löschzuges Stadtmitte gewechselt, als es einen gefährlichen Einsatz bei einem Großbrand bei Schmiedag gab. Ein Vorgeschmack auf Katastrophen, wie bei Vergölst, in Elverlingsen, in Versevörde und im Ehrenfeld. - Rainer Kanbach

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