Allee an Altenaer Straße wird abgeholzt

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Die Eschen-Allee an der Altenaer Straße muss komplett gefällt werden.

Werdohl - Die Stadt Werdohl wird sehr wahrscheinlich sämtliche Bäume der Allee an der Altenaer Straße abholzen lassen müssen. Diese Hiobsbotschaft verkündete Fachbereichsleiter Thomas Schroeder am Dienstagabend in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung (Ustea). Grund dafür ist ein Pilzbefall.

Bereits im Herbst hatte der Baumsachverständige der Stadt an einigen der dort wachsenden Eschen die Pilzart Falsches Weißes Stängelbecherchen festgestellt, die den Bäumen unaufhaltsam zusetzt und zum Absterben der Äste führt. Zunächst war von vier, dann von mindestens 16 Bäumen die Rede, die dort gefällt werden müssten. 

Mittlerweile gehe der städtische Baumexperte davon aus, dass kein einziger der gut 90 Bäume zu retten sei, teilte Schroeder am Dienstag mit. Zwar wolle die Stadt noch die Meinung eines zweiten Sachverständigen einholen („Wir lassen das jetzt gegenprüfen.“), er gehe aber davon aus, dass die Fällaktion kurzfristig durchgeführt werden müsse, sagte Schroeder. 

Eschentriebsterben in 22 Ländern 

Der Pilz löst das sogenannte Eschentriebsterben aus, das auch unter dem Namen Eschenwelke bekannt ist. Die Symptome beobachten Forscher, Baumpfleger und Förster schon seit der Jahrtausendwende in 22 Ländern Nord-, Ost- und Mitteleuropas. Der Pilz verursacht an den Eschen eine bis dato nicht bekannte Krankheit. Seit 2007 ist er mit einer Nebenfruchtform in Deutschland nachgewiesen. 

Die Eschen an der Altenaer Straße zeigen deutliche Symptome des Eschentriebsterbens.

Seitdem verbreitet sich das Eschentriebsterben über die ganze Republik. Da die Sporen des Pilzes die Eschen über die Blätter befallen, zeigen sich die ersten Symptome an befallenen Bäumen zunächst an den Blättern in Form von bräunlichen abgestorbenen Stellen. Später führt dies zu einem verstärken Blattfall, in dessen Folge verlichtete Kronen auftreten. Der Erreger breitet sich über die Blattstiele und Triebe weiter bis in Äste und Holz der Bäume aus. An vom Eschentriebsterben befallenen Trieben zeigen sich gelbliche bis rostfarbene Flecken. Die Verfärbungen ziehen sich in den Stamm hinein und sind im Längs- oder Querschnitt befallener Äste gut zu erkennen. 

Verstärkter Austrieb und verbuschte Kronen

Eine Pilzinfektion führt zu einem verstärktem Austrieb der Eschen und hat verbuschte Kronen zur Folge. Ein weiteres charakteristisches Merkmal für das Eschentriebsterben sind verwelkte und abgestorbene Blätter, die durch den Baum nicht aktiv abgeworfen werden. Befallene Bäume werden anfällig für Krankheiten, die Folge ist oft der Tod des Baumes. 

Bislang gibt es kein Gegenmittel 

Trotz wissenschaftlicher Untersuchungen gibt es derzeit kein Mittel, den Pilz einzudämmen. Auch andere Maßnahmen wie die Entnahme befallener Äste oder Stämme verhindern nicht, dass sich das Eschentriebsterben ausbreitet. Vielmehr raten Forscher betroffene Bäume weiter stehen zu lassen, solange sie leben. Dies könnte dazu beitragen, dass Nachkommen dieser Bäume schneller Resistenzen ausbilden. 

Allerdings gilt zu beachten, dass Eschen, die für die Verkehrssicherheit relevant sind, entsprechend zu pflegen oder notfalls eben zu fällen sind. Eine Fällung ist nach Expertenmeinung ratsam, sobald zwei Drittel der Krone tot sind. Der Baum könne unter diesen Umständen nicht mehr lange überleben.

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