Anmeldezahlen stärken Gesamtschule dauerhaft

Alle Schulprobleme in Werdohl sollen bis 2026 gelöst sein

In einem langen Prozess hatte sich der Werdohler Rat auf Druck der Bezirksregierung für eine weiterführende Schulform entscheiden müssen. Dass der zugunsten der Gesamtschule getroffene Grundsatzbeschluss der richtige war, bescheinigt sich die Stadt im Schulentwicklungsplan selbst.
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In einem langen Prozess hatte sich der Werdohler Rat auf Druck der Bezirksregierung für eine weiterführende Schulform entscheiden müssen. Dass der zugunsten der Gesamtschule getroffene Grundsatzbeschluss der richtige war, bescheinigt sich die Stadt im Schulentwicklungsplan selbst.

Nach der spektakulären Entscheidung zur Weiterführung der Gesamtschule im Sommer 2019 hat die Stadt jetzt die gesetzlich vorgeschriebene Schulentwicklungsplanung für die nächsten fünf Jahre vorgelegt.

Grob zusammengefasst ist zu lesen, dass es weder in den drei Grundschulen noch bei der Gesamtschule inklusive Oberstufe noch im Schulsport Probleme geben wird. Nur die Offene Ganztagsbetreuung müsse weiter ausgebaut werden.

Die städtische Gemeinschaftsgrundschule mit den beiden Standorten Königsburg und Kleinhammer wird von 335 Jungen und Mädchen besucht, in beiden Standorten gibt es „Schule von acht bis eins“, in Kleinhammer gibt es offenen Ganztagsbetrieb. Von diesen 335 werden 38 inklusiv beschult, 120 lernen Deutsch als Zweitsprache, 97 sind im muttersprachlichen Unterricht. Aufgrund der steigenden Kinderzahlen in den folgenden Jahren ist die Unterrichtsraum-Lage im Blick zu behalten.

160 Kinder in Ütterlingsen

Die evangelische Grundschule in Ütterlingsen wird von 160 Kindern besucht, es werden OGS und „acht bis eins“ angeboten. Neun Kinder werden inklusiv beschult, 91 lernen Deutsch als Zweitsprache, 69 bekommen muttersprachlichen Unterricht.

Die katholische Grundschule wird von 200 Jungen und Mädchen besucht, davon lernen 117 Deutsch als Zweitsprache. Muttersprachlichen Unterricht bekommen 61 Kinder. OGS wird ebenso wie „acht bis eins“ angeboten. Es gibt neun Inklusionskinder. Zu den beiden konfessionellen Grundschulen gibt es keine weiteren Anmerkungen.

Zu- und Wegzüge halten sich die Waage

Bei der Planung der zukünftigen Schülerzahlen bräuchte keine mögliche Abweichung durch Zu- und Wegzüge eingerechnet werden, weil sich Zu- und Wegzüge von Familien mit kleinen Kindern die Waage halten. Die Geburten der vergangenen fünf Jahre verteilen sich auf die Jahrgänge in den Schulen wie folgt: 214 in 2022, 175 in 2023, 196 in 2024, 170 in 2025 und 194 in 2026.

Aufgrund der Tatsache, dass es in Werdohl keine Schulbezirkseinteilung gibt, hängt die Auslastung der Grundschulstandorte stark vom Wahlverhalten der Eltern ab. Die Planung kommt im Bereich der Grundschulen zum Schluss, dass die Schülerzahlen für alle drei Schulen in den nächsten fünf Jahren hoch genug sind, um die Zahl von jeweils 96 Kindern pro Schule zu erreichen. Schulorganisatorische Maßnahmen seien deshalb nicht erforderlich.

OGS-Bereich muss ausgebaut werden

Der Bedarf an OGS-Plätzen wächst in jedem Jahr. Ab dem Jahr 2025 wird es einen Rechtsanspruch der Eltern auf einen OGS-Platz für ihre Kinder geben. Das müsse jetzt schon berücksichtigt werden, so steht es im Schulentwicklungsplan, ohne allerdings genauer oder konkreter zu werden. Im ersten Schritt wird die Zahl ab Sommer von 150 auf 170 Plätze erhöht.

Die Realschule wird derzeit von 265 Schülerinnen und Schülern besucht, davon werden 15 inklusiv beschult. Zwei erhalten Unterricht in Deutsch als Zweitsprache, aufgrund des Auslaufens der Schule bis 2024/25 kann das nicht mehr angeboten werden.

Gesamtschule: 700 Schüler

Die AEG wird von 700 Jungen und Mädchen besucht, 46 werden inklusiv beschult, 20 werden in Deutsch als Zweitsprache unterrichtet. 523 sind in der Sekundarstufe I, 183 in der Oberstufe. Die Übergangszahlen der Einschulungsjahrgänge können so bis zum Jahr 2028 beziffert werden. Danach bewegen sich die rein Werdohler Schülerzahlen zwischen 46 als Minimalwert im Übergangsjahr 2024 und 64 als Maximalwert im Übergangsjahr 2026.

Mindestzahl für Oberstufe wird immer erreicht

In der Vorlage für den Schulausschuss werden die Anmeldezahlen für alle Werdohler Schulen in diesem Schuljahr mitgeteilt. 91 Kinder werden in vier Klassen die Gemeinschaftsgrundschule besuchen, 41 Kinder in zwei Klassen kommen zur katholischen Grundschule, 31 in zwei Klassen in die evangelische Grundschule.

Für den Jahrgang 5 der Gesamtschule sind ab Sommer 100 Jungen und Mädchen angemeldet, im Jahrgang 11 sind es 62, davon 30 aus anderen Städten und Gemeinden. Die Zahl der „Eigengewächse“ für die Sekundarstufe II ist etwas niedriger als üblich. Das wird auch in den kommenden vier Jahren so bleiben, erst danach soll die Zahl ansteigen. Die notwendige Mindestanzahl von 42 Schülerinnen und Schülern wird in den kommenden vier Jahren jeweils erreicht.

Die Besuchsquoten der AEG aus anderen Städten kann nur statistisch hochgerechnet werden, ebenso sind Übergangsquoten auf die Gesamtschule Erfahrungswerte. Wenn aber nur 50 Prozent der potenziellen Realschüler bei der Gesamtschule angemeldet würden – als schlechtestes Szenario – werde die erforderliche Mindestzahl von 100 lediglich in den drei Jahren 2023/24 und 2025 geringfügig unterschritten. Der Bericht kommt deshalb zur Feststellung, dass die Anmeldezahlen den dauerhaften Bestand der Gesamtschule als einzige weiterführende Schule in Werdohl stärken.

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