Gesamtschule: Darum zahlt die Stadt Glasfaser jetzt selbst

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Die Albert-Einstein-Gesamtschule bekommt voraussichtlich in diesem Jahr einen schnellen Glasfaser-Internetanschluss. Der Kreis hatte mitgeteilt, dass der Anschluss erst 2022 gefördert werden könne. Darauf will die Stadt nicht warten und zahlt selbst.

Werdohl - Die Stadt will nicht mehr auf die Breitband-Förderung des Märkischen Kreises für die Albert-Einstein-Gesamtschule (AEG) warten. Vom Kreis kam die Nachricht, dass die Gesamtschule frühestens 2021, vielleicht aber auch erst 2022 ans schnelle Internet angeschlossen werden könne.

Die Stadt lässt deshalb auf eigene Kosten Glasfaserkabel zur Schule am Riesei verlegen und verzichtet auf die Förderung. Eine entsprechende Mitteilung machte Bürgermeisterin Silvia Voßloh am Montag im Rat. Abteilungsleiter Reinhardt Haarmann, zuständig für Schule, Kultur, Sport und Service, bestätigte dies auf Nachfrage unserer Redaktion. 

Während an den Grundschulen und der Realschule Leitungen mit Leistungen zwischen 50 und 100 Mbit/s liegen, hat die Gesamtschule eine Anbindung von deutlich unter 10 Mbit/s. Diese Leitungskapazität für mehrere hundert Schüler und Lehrer ist schlechter als die in einem normalen Privathaushalt. Zudem investiert die Stadt in nächster Zeit 450 000 Euro in die digitale Ausstattung der Schule. Das sei „witzlos“, so Haarmann, wenn kein schnelles Internet anliege.

Vorsorglich Geld in den Haushalt eingestellt

Die Stadt habe sich deshalb entschieden, das Glasfaserkabel zur Schule selbst zu finanzieren und nicht auf die Förderung zu warten. Reinhardt Haarmann sagte, dass ein Zuwarten bis 2022 an dieser Stelle „nicht auszuhalten“ sei. Für diesen Fall seien vorsorglich 70 000 Euro in den Haushalt für das laufende Jahr eingestellt worden. Die Verwaltungsspitze habe aktuell entschieden, das Geld auch für den vorgesehenen Zweck zu nutzen. 

Haarmann: „Es wäre ein absolut negatives Zeichen, sich zurückzulehnen und auf die Förderung zu warten.“ Haarmann sagte aber auch, dass die Förderung des Kreises nicht nachträglich ausgezahlt werde. 

Straße wird aufgerissen

Zwei Übergabepunkte liegen ganz in der Nähe der Schulgebäude auf dem Riesei. Welche technische Möglichkeit die bessere und günstigere sei, werde jetzt ermittelt. Danach müssen eine Ausschreibung und ein Leistungsverzeichnis erstellt werden. Am Ende wird die Straße aufgerissen, das Glasfaserkabel bis an die Schule verlegt und der Anschluss aufgeschaltet. Wann das sein wird, kann Haarmann noch nicht sagen. Es dürfte damit zu rechnen sein, dass das Projekt in diesem Jahr abgeschlossen werden kann. 

Die Politiker im Rat nahmen die Erklärungen der Bürgermeisterin am Montag zustimmend zur Kenntnis. In der Sitzung wurde auch der weitere Weg zum formellen Zusammenschluss der Bigge-Lenne-Gesamtschule in Finnentrop mit der Albert-Einstein-Gesamtschule in Werdohl geebnet. 

Schulstandorte sollen gestärkt werden

Beide Schulen fusionieren, um die jeweiligen Schulstandorte zu stärken. Auch aus diesem Grund steckt die Stadt Werdohl aus Mitteln von „Gute Schule 2020“ viel Geld in die Ausstattung des Schulgebäudes auf dem Riesei.

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