Werdohler Pfadfinder als Weihnachtsbaumexperten

Die Werdohler Pfadfinder haben wieder reichlich Tannenbäume verkaufen können. Mit den Einnahmen aus dem Verkauf wird die Jugendarbeit unterstützt. -  Foto: Machelett

Werdohl -  Für die meisten Werdohler ist der perfekte Weihnachtsbaum eine Nordmanntanne, zwischen 1,70 und 1,80 Meter hoch, hat eine gerade Spitze und einen fülligen Leib mit einem geringen Umfang. Diese Kundenanalyse stammt von Melissa Mith, Luzie Sterzl, Anna Krawietz und Stefan Dreseler. Die Vier sind nicht etwa BWL-Studenten, sondern Pfadfinder.

Seit Jahren ist der Weihnachtsbaumverkauf der Pfadfinder an der St.-Michaels-Kirche Tradition. Wie lange, das weiß keiner mehr so genau. „Ich denke, dass es so 15 bis 20 Jahre sein werden“, sagt Dreseler. 230 Bäume standen zum Verkauf.

Mehr als die Hälfte wurden bereits am Samstag verkauft. Denn die Werdohler kennen das Angebot und nutzen es gern. Schließlich kaufen sie nicht bloß einen Baum fürs Fest, sondern unterstützen auch noch die Jugendarbeit. Von dem eingenommenen Geld werden Gruppenstunden und Fahrten organisiert.

Etwa 90 aktive Mitglieder zählen die Pfadfinder vom Stamm St. Michael derzeit. Aufgeteilt sind sie in verschiedene Abteilungen. Von der Kinder- über die Jugend- bis hin zur Erwachsenengruppe. Nachwuchssorgen haben die Werdohler nicht. Melissa ist beispielsweise Pfadfinderin mit Leib und Seele: „Es ist einfach toll, wir machen immer etwas anderes. Es ist die Gemeinschaft, die es so spannend macht.“ Die 14-Jährige ist schon lange dabei.

Und was den Weihnachtsbaumverkauf betrifft, ist sie eine echte Expertin. Nur mit den Blautannen steht sie auf Kriegsfuß. Die pieken nämlich sogar durch die Handschuhe.

„Wir bemühen uns, immer ein möglichst breitgefächertes Angebot auf die Beine zu stellen. So ist jede Gruppenstunde anders“, erzählt Anna Krawietz. Sie leitet die Kindergruppe. Beim Zusammenstellen des Programms achte sie beispielsweise immer darauf, dass auch Bewegungsspiele dabei seien. Schließlich müssten sich die Kleinen auch einmal richtig austoben.

Aber natürlich stehen auch immer wieder Aktionen auf dem Programm. So sind die Pfadfinder unter anderem dafür verantwortlich, den Waldlehrpfad sauber zu halten.

„Ordnung ist etwas, das man bei den Pfadfindern mit Sicherheit lernt“, ergänzt Melissa. Beispielsweise gebe es beim Sommerlager einen Wettbewerb. Wer das sauberste und ordentlichste Zelt hat, bekommt einen Preis. „Da wird sogar bewertet, ob die Zahnbürsten draußen hängen, damit sie richtig trocknen können. Das ist eine echte Schule fürs Leben“, sagt die 14-Jährige.

Überhaupt sei das Pfadfinderleben eine gute Vorbereitung auf das Erwachsensein: „Man lernt, alleine klar zu kommen, Lösungen in Gruppen zu erarbeiten und wie man sich in größere Gruppen integriert.“

Aber dann haben die Vier keine Zeit mehr für Gespräche. Zu viele Kunden strömen auf den Platz vor dem Pfarrsaal. Während die drei Mädchen die Werdohler beraten, ist Dreseler damit beschäftigt, die Bäume auszuliefern. Denn das gehört zum exklusiven Pfadfinder-Service dazu.

Von Lydia Machelett

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