Aktionen gegen Leerstände in der Innenstadt

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Ein neu gegründeter Arbeitskreis will Impulse geben. ▪

WERDOHL ▪ Die Schaufenster sind verwaist, immer mehr Ladenlokale in der Werdohler Innenstadt stehen leer – kein schöner Anblick und wenn es nach den Vorstellungen des gegründeten Arbeitskreises geht, auch keiner, der auf Dauer bestehen bleiben soll. „Wir haben kein Allheilmittel“, stellt City-Managerin Anna Schwengers klar. Die Gruppe versteht sich dafür als Impulsgeber.

Das Thema Leerstand beschäftigt die Arbeitsgruppe, bestehend aus City- und Stadtumbaumanagement, der Stadt Werdohl und der Marketinggesellschaft schon seit geraumer Zeit. Nach mehreren Treffen wurden Bausteine für ein aktives Leerstandsmanagement erarbeitet. Der innerstädtische Geschäftsbereich soll so gestärkt und aufgewertet werden. Der Stadtumbau West ist aus der Sicht von Stadtplaner Stefan Groß in diesem Zusammenhang ebenfalls eine gute Möglichkeit, die Stadt nach vorn zu bringen. Die Voraussetzung für alle Aktivitäten sei allerdings eine Kooperationsbereitschaft der Immobilieneigentümer. In einem ersten Schritt wurde zunächst versucht, Fakten zu den betroffenen Leerständen zusammen zu tragen. In einem Erfassungsbogen wurden die Eigentümer um räumliche Angaben, Beschreibungen und anfallende Mietkosten zu dem betroffenen Objekt gebeten. Möglich sei so auch eine Vermietungsbörse im Internet. „In bestimmten Branchen haben wir die Möglichkeit, Werbung für Werdohl zu machen. Wenn Betriebe an uns heran treten, können wir Potenziale und Fakten nennen“, beschreibt Andreas Haubrichs die Beraterfunktion, die die Arbeitsgruppe übernehmen möchte und von der andersherum auch die Immobilienbesitzer profitieren können. Die Initiative ist laut City-Managerin Schwengers auf positive Resonanz gestoßen. Die Eigentümer seien bereit, auch an Gesprächsrunden mitzuwirken. Ein erstes Treffen betroffener Hauseigentümer ist für den Herbst anvisiert. „Die Eigentümer haben die letzte Handlungsgewalt“, betonte Thomas Schroeder, Leiter der städtischen Abteilung Bauen und Immobilienmanagement. Dennoch möchte die Stadt einen „Trading-down-Effekt“ vermeiden. „Spielhallen passen nicht ins Bild“, nannte Stefan Groß ein Negativbeispiel. Ein Kinderbekleidungsgeschäft oder ein Spielzeugladen hätten vielleicht gute Chancen, „denn das fehlt in Werdohl.“ Letztlich gehe es bei den Aktivitäten nicht darum, ein leerstehendes Geschäft um jeden Preis zu vermieten. Möglich seien auch Zwischennutzungen, beispielsweise als Ausstellungsfläche. Das Potenzial des Geschäftes könne auf diese Weise präsentiert werden. Durch die Teilnahme am Fassadenprogramm könnten eventuell ebenfalls neue Nutzer für leerstehende Flächen gewonnen werden. Der Arbeitskreis plant auch, einen Existenzgründerwettbewerb durchzuführen, bei dem öffentliche Fördermittel in Anspruch genommen werden könnten.

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