Ahehammer für einen Euro

Der Ahehammer – die Wiege der Firma Brüninghaus – soll den Besitzer wechseln.

WERDOHL ▪ Die Wiege der ehemaligen Stahlwerke Brüninghaus – der Ahehammer – soll den Besitzer wechseln, und das möglichst noch in diesem Jahr. Das steht fest, genauso wie die Tatsache, dass der Kaufpreis einen Euro betragen oder zumindest symbolisch gering ausfallen soll. Nur wer den Zuschlag erhält, ist derzeit noch unbeantwortet. Von Rainer Kanbach

Hintergrund dieser Entwicklung: Mit der Schließung des Standortes Werdohl hat sich innerhalb der Geschäftsleitung von ThyssenKrupp Bilstein die Frage ergeben, ob es noch Sinn macht, den Ahehammer aus unternehmerischer Sicht zu behalten. „Wir sind“, so bestätigte TKB-Arbeitsdirektor Gerd Kappelhoff auf Anfrage, „darauf angesprochen worden, ob Bereitschaft da sei, das Objekt abzutreten, um weiter eine öffentliche Nutzung gewährleisten zu können.“

In der Folgezeit habe es mehrere Gespräche gegeben. Daraus seien drei Denkmodelle entstanden. Die erste Lösung wäre, den Ahehammer an die Gemeinde Herscheid zu übertragen, wobei es gleichgültig wäre, ob das für einen symbolischen Kaufpreis von einem oder ein paar mehr Euro geschieht.

Eingebunden sei in diese Variante der Herscheider Heimatverein, „der hochinteressiert ist“ und die unter Denkmalschutz stehende Anlage mit Hilfe von Ehrenamtlichen weiter für die Öffentlichkeit betreiben möchte.

Gedacht sei vor allem daran, dass der Werdohler Schmiedemeister Alfred Hinsching auch weiter seine Vorführungen präsentieren kann. Er sei, so die allgemeine Einschätzung, unersetzlich, wenn es um die Demonstration althergebrachter Schmiedekunst gehe. Jeder, der ihn in seinem Element erlebt hat, wird das zweifelsfrei unterschreiben.

Das zweite Denkmodell berücksichtigt, dass die Brüninghaus-Erben eine ähnliche Vorstellung haben. Sie möchten laut Kappelhoff den Ahehammer als Eigentümer weiter einer öffentlichen Nutzung zuführen.

Daraus leitet man bei ThyssenKrupp Bilstein das dritte Modell ab, in dem es um die Frage geht, ob es Ansätze gibt, die alle Interessenten im Ziel, den Ahehammer zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, vereinen könnten.

Noch im November, so Arbeitsdirektor Gerd Kappellhoff, sollen Gespräche mit allen Beteiligten geführt werden. Dabei zeigte er sich zuversichtlich, dass ein Vertrag zustande kommen werde und für das Thema Ahehammer noch in diesem Jahr ein neues Kapitel aufgeschlagen werden könne.

Derweil hier noch eine kleine Hängepartie besteht, laufen die Sanierungsarbeiten an der Brücke, die zum Ahehammer-Gelände führt. Sie war vor einigen Monaten gesperrt worden, weil ein Statiker nach entsprechender Prüfung eine Erneuerung der Widerlager, der Brücke selbst und vor allem der Stützmauer zur Ahe aus Sicherheitsgründen für erforderlich hielt. Am Ende soll die Brücke zwar neu sein aber so aussehen wie vorher.

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