Ahe-Hammer: Zeugnis der Geschichte

Sascha Pahl (r.) von der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur im Gespräch mit einem Besucher.

Werdohl -  Noch sind die umfangreichen Instandsetzungen nicht komplett abgeschlossen: dennoch öffnete der Ahe-Hammer am Sonntag im Rahmen des Tags des Offenen Denkmals seine Pforten für die Besucher.

So wusste Sascha Pahl von der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur zu berichten, dass mit der Renovierung des Gewölbes jetzt die letzte große Maßnahme abgeschlossen worden sei. Zudem sei in der vergangenen Woche der Teich geflutet worden. „Nun müssen noch die Wasserräder gängig gemacht und die Drehwelle im Inneren des Ahe-Hammers nachjustiert werden“, so Pahl. Danach könne das Denkmal wieder in Betrieb genommen werden. Wann dies genau geschehen soll, ist allerdings noch offen.

Die Frage, warum das historische Hammerwerk, dessen Ursprünge bis ins 16./17. Jahrhundert zurückreichen, auch heute noch von Bedeutung ist, beantwortete der Historiker Daniel Sobanski. Der Museumspädagoge führte die zahlreichen Besucher durch die Ausstellung. „Der Ahe-Hammer zeigt die Entwicklung des Sauerlands als Industrieregion und ist ein lebendiges Zeugnis dafür, warum wir heute so leben, wie wir leben“, unterstrich Sobanski.

Auch der Kultur-Filmer Georg Prüß wollte sich über den Zustand der historischen Maschinen informieren und hatte aus diesem Grund seine Kamera dabei. Nachdem der Plettenberger seine Heimatstadt „abgearbeitet“ hat, geht er nun auf Reisen, um neue Orte kennenzulernen. „Da ich bereits altes Filmmaterial von Osemund-Hämmern besitze, kann ich diese nun mit den technischen Anlagen des Ahe-Hammers vergleichen“, so Prüß.

Das so genannte märkische Osemund war im Übrigen ein Werkstoff, der sich durch seine hohe Dichte und einen geringen Anteil von Kohlenstoff und Schwefel auszeichnete. Gerade diese Eigenschaften prädestinierten das Osemund für die Drahtproduktion.

Neben der eigentlichen Schmiede sind noch der alte Kohlebunker und die Schreib- und Schlafstube erhalten. Sie zeigen, wie das Alltags- und Arbeitsleben der Schmiedeleute in den vergangenen vier Jahrhunderten ausgesehen hat. Um den Betrieb des Ahe-Hammers aufrecht erhalten zu können, waren die Menschen zudem auf das Wasser (Antriebskraft), den Wald (Holzkohle) und das Erz angewiesen.

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