Ärger um Werdohler Wochenmarkt: Politik droht dem Leiter

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Biobauer Ulrich Pieper aus Herscheid ist der einzige Neuzugang auf dem Werdohler Wochenmarkt auf dem Brüninghaus-Platz. Auf dem Marktplatz gab es zuletzt große Lücken, es entstand kein schönes Gesamtbild.

Werdohl - Ungewohnt harte Worte fanden die Fraktionsvorsitzenden ebenso wie Bürgermeisterin Silvia Voßloh gegenüber dem Wochenmarktleiter Christian Ziebolz aus Werdohl. Der Tenor ist eine Drohung.

Wenn sich das überaus dürftige Marktbild auf dem Brüninghaus-Platz nicht deutlich bessere, könne der Ratsbeschluss mit einer Gestaltungssatzung durchgesetzt werden. Die Verwaltung will aber noch einmal das Gespräch mit Ziebolz suchen, bevor eine verschärfte Gangart eingelegt wird. 

Ohne festen Tagesordnungspunkt drückte praktisch der komplette Hauptausschuss am Montag seine Unzufriedenheit mit dem derzeitigen Wochenmarkt aus. Dirk Middendorf von der CDU: „Definitiv kann ich mich daran erinnern, dass der Marktleiter gesagt hat, dass alle Händler auf den Brüninghaus-Platz wollen.“ Jetzt seien einige Händler im Bereich „am Sand“ und in der Nähe des Colsman-Platzes angesiedelt, auf dem Brüninghaus-Platz gebe es große Lücken. 

Nur ein "Fähnlein im Wind"?

Ziebolz sei wohl ein „Fähnlein im Wind“. Middendorf: „Ich bin sprachlos.“ Kritik gab es auch von Friedhelm Hermes von der FDP. Der Markt habe seinen Charakter verloren, er sei ausgedünnt, man könne den Eindruck haben, dass er aussterben werde. Der Marktleiter habe sich verrechnet. Der SPD-Fraktionssprecher Friedhelm Jansen sprach von „extrem wenigen Händlern“. Bürgermeisterin Voßloh sah das genauso: „Sehr wenige Stände, sehr enge Aufstellung.“ 

CDU-Fraktionsvorsitzender Stefan Ohrmann fragte Ordnungsamtsleiterin Mentzel, ob der Rat in der Lage sei, den Ratsbeschluss pro Brüninghaus-Platz auch durchsetzen zu können. Das könne der Rat durchaus, bekam er zur Antwort. SPD-Ratsherr Henke forderte eine Gestaltungssatzung, falls Ziebolz nicht mehr Händler auf den Brüninghaus-Platz bringe. Henke sprach von „zwischenmenschlichen Spannungen“ zwischen Ziebolz und den Händlern. Man wolle einen Wochenmarkt und nicht einen „Speisemarkt“. 

Bürgermeisterin kündigt Gespräch an

Bürgermeisterin Voßloh versprach, das Gespräch mit Christian Ziebolz zu suchen und danach dem Rat zu berichten.

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