Ärger über Mautpreller auf der Bundesstraße in Werdohl

Margrit Schade verweist auf die enorme Belästigung, die durch Mautpreller entstehe. ▪

WERDOHL ▪ Margrit Schade weiß nicht mehr weiter. Seit Einführung der Lkw-Maut Anfang 2005 passieren zahllose Schwerlaster das Haus der Familie am Kettling. Bürgermeister Siegfried Griebsch sieht aber wenig Chancen, daran etwas ändern zu können.

118 Lastkraftwagen und 225 Autos innerhalb einer halben Stunde – so lautet die Bilanz einer am Montag gegen 11 Uhr von der Anwohnerin durchgeführten Verkehrszählung vor ihrem Haus. „Seit der Mauteinführung ist das Lkw-Aufkommen deutlich gestiegen“, schilderte die Werdohlerin am Montag während der Einwohnerfragestunde ihre Situation. Und abends würde es nicht besser. Mit Tempo 160 Stundenkilometer seien einige tiefer gelegte Wagen auf der Bundesstraße unterwegs, um über die Gildestraße wieder an den Start zu gelangen. „Wir würden gerne in Werdohl wohnen bleiben, aber so verliert die Stadt doch Bürger.“ Die euphemistisch als gute Verkehrsanbindung zu bezeichnende Lage des Hause, macht einen Verkauf offenbar wenig lukrativ. Bei dem Verkehrsaufkommen sei eine Veräußerung nicht möglich.

Eine Ampelanlage, ein Starenkasten, mit dem viel Geld eingenommen werden könnte oder andere Maßnahmen, wie von der Anwohnerin vorgeschlagen, sieht Bürgermeister Griebsch als schwer umsetzbar an. Ein Ampel könne nicht aufgestellt werden, da es sich hier nicht um einen Unfallschwerpunkt handele. Beim Punkt Lärmbelästigung seien der Stadt „die Hände gebunden“. Es handele sich um eine Bundesstraße, also um eine wichtige Verkehrsader. Wegen einer Verkehrsinsel wolle die Stadt noch Kontakt zu der Kreispolizeibehörde aufnehmen.

Die Maßnahmen, die vom Ehepaar Schade schon ergriffen wurden, betrachten beide als nur bedingt erfolgreich. Das 1905 erbaute Haus ist zwar modernisiert und mit speziellen Fenstern versehen, die den Lärm nicht in die Räume lassen sollen. Doch sobald sie zum Lüften die Fenster öffneten, würde sich ein schwarzer Rußfilm auf der Fensterbank bilden, erklärte Margrit Schade gestern vor ihrem Wohnhaus. Auch der frühere Garten sei durch Rasen ersetzt worden. Der Straßendreck samt den Abgasen würde gegen die Bewirtschaftung sprechen. Die vielen Lastkraftwagen und Autos seien echtes ein Übel. Die Hoffnung bleibe aber, dass sich daran noch einmal etwas ändert.

Marco Fraune

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