Ärger mit der Sickergrube: Anschlusszwang angedroht

WERDOHL - Vier Anliegern der Straße „Alt Pungelscheid“ drohen teure Zwangsmaßnahmen von den Stadtwerken. Die Hausbesitzer betreiben immer noch Kleinkläranlagen oder geschlossene Gruben, obwohl sie ihre Hausentwässerung an den städtischen Kanal anschließen sollen. Von Volker Heyn

Sie können nicht nur, sie müssen – das Recht ist auf Seiten der Stadtwerke Werdohl, die sich auf den Kanalanschluss- und -benutzungszwang berufen. Geschäftsführer Joseph Beier will den gesetzlichen Anspruch jetzt durchsetzen: „Die vier Anlieger werden eine Ordnungsverfügung mit Fristsetzung und Termin bekommen.“ Bislang hätten die Stadtwerke Verständnis für diese vier letzten Mohikaner gehabt. Der Anschluss an den oberhalb der Häuser liegenden Abwasserkanal kostet pro Grundstück immerhin einige tausend Euro. Die Stadtwerke hatten den Kanal in „Alt Pungelscheid“ eingebaut, die Straße geht in den Düsternsiepener Weg über und dann ins Neubaugebiet. Den vier Anliegern war bis zum 31. März vergangenen Jahres eine Frist eingeräumt worden, ihre Grundstücke an den öffentlichen Kanal anzuschließen. Die Anlieger haben diese Frist um genau ein Jahr verstreichen lassen – deshalb drohten Zwangsmaßnahmen, so Beier.

Die vier älteren und zum Teil sehr alten Häuser entwässern in hauseigene Anlagen, die in den vergangenen Jahren immer wieder von den Stadtwerken kontrolliert worden. In Werdohl gibt es noch eine Reihe Kleinkläranlagenbesitzer, die aufgrund der zu großen Entfernung vom öffentlichen Kanal nicht an diesen anschließen müssen. Hier hat der Gewässerschutzbeauftragte zum Teil recht teure Aufrüstungen der Anlagen verlangt. Diese Anlieger mussten eine so genannte biologische Klärstufe einrichten, um die Umwelt nicht zu stark zu belasten.

Den vier „schwarzen Schafen“ in „Alt Pungelscheid“ war bislang diese Auflage erspart worden, weil klar war, dass sie bald an den öffentlichen Kanal anschließen können. Beier: „Bei denen haben wir immer durch die Finger geguckt und keine Mängel festgestellt.“

Mit mehr als einem Jahr Verzug auf die erste Fristsetzung ist aber die Geduld bei den Stadtwerken überstrapaziert. Beier: „Bislang haben wir den großen Knüppel im Sack gelassen, aber da wird er nicht bleiben.“ Die Anlieger verweigern den Anschluss offensichtlich aus finanziellen Gründen: Sie müssten auf eigene Kosten eine Pumpanlage samt Schacht und Rohrleitung bauen lassen, die von den unterhalb der Straße liegenden Grundstücken das Abwasser hoch in den Kanal pumpen muss. Dazu kommt noch der einmalige Kanalanschlussbeitrag, der sich nach der Grundstücksgröße richtet. So kommen schnell einige tausend Euro zusammen.

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