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Zuwanderung aus Osteuropa reißt nicht ab: „Über drei Prozent der Gesamtbevölkerung“

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Von: Carla Witt

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Der Fitnessraum im Gewerbepark, der für das Efa-Projekt zur Verfügung steht: Seit dem 1. März gibt es hier wieder Angebote für Menschen aus Südosteuropa. Archi
Der Fitnessraum im Gewerbepark, der für das Efa-Projekt zur Verfügung steht: Seit dem 1. März gibt es hier wieder Angebote für Menschen aus Südosteuropa. Archi © Heyn

Die Zahl der Menschen, die aus Bulgarien und Rumänien nach Werdohl zugewandert sind, hat sich im Zeitraum von 2018 bis 2022 fast verdoppelt. Das ist einer Verwaltungsvorlage für die Sitzung des Sozialausschusses am Dienstag, 25. April (17 Uhr, Rathaus) zu entnehmen. Dann geht es um die Fortführung des EU2-Förderprojektes, bisher unter dem Namen „Europa für alle“ (Efa) bekannt.

Werdohl - Das Projekt war zuletzt im Oktober des vergangenen Jahres Thema im Sozialausschuss. Damals kündigte Silke Ewald vom Integrationszentrum des Märkischen Kreises bereits an, dass voraussichtlich noch einmal Fördergelder fließen würden. Doch nach spätestens drei Jahren sei dann Schluss, unterstrich Ewald in dieser Sitzung.

Zunächst geht es aber weiter und laut Verwaltung können die Angebote des EU2-Förderprojektes seit dem 1. März dieses Jahres in Werdohl wieder genutzt werden. Fördergeldempfänger sei der Märkische Kreis, der das Geld – 118 000 Euro – an die Stadt Werdohl weiterleite. Zudem habe das Land NRW eine weitere Förderung bis Ende 2024 zugesagt, denn Werdohl sei auch weiterhin von Zuzügen aus den EU2-Staaten betroffen: Wurden im Dezember 2018 noch 104 Menschen aus Rumänien und 283 aus Bulgarien gezählt, so waren es im Dezember des vergangenen Jahres 202 Personen aus Rumänien und 378 aus Bulgarien.

„Auf den ersten Blick scheinen die Zahlen von insgesamt etwa 600 Neuzugewanderten aus Rumänien und Bulgarien nicht sonderlich hoch. Setzt man diese jedoch ins Verhältnis zur Gesamteinwohnerzahl, liegt Werdohl bei über drei Prozent der Gesamtbevölkerung“, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Und weiter: „Die Menschen aus Südosteuropa fallen auch weiterhin im Stadtbild auf, da sie aufgrund mangelnder wohnlicher oder vereinsorganisierter Möglichkeiten wenig Möglichkeiten haben, sich zu treffen.“

Hier setze das EU-Efa-Projekt im Gewerbehof an der Neustadt an – und biete mit niederschwelligen Angeboten eine Alternative. Dazu gehören beispielsweise gemeinsame sportliche Aktivitäten, Tanzgruppen, Koch- und Handarbeitstreffen oder Griffbereit-Gruppen für Mütter mit kleinen Kindern. Auch ein Treffpunkt für Menschen aus der Ukraine ist in diesem Rahmen geschaffen worden.

Das Ziel sei, eine „wirkungsvolle, wertschätzende und vor allem vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Zielgruppe, aber auch mit Behörden, Verwaltungen und Institutionen“ zu verfestigen. „Ängste und Vorbehalte beiderseits sollten abgebaut werden“, heißt es weiter. Zudem sei wünschenswert, dass Menschen aus Südosteuropa gestärkt würden. Sie sollten durch positive Erfahrungen mit Einrichtungen und Institutionen im Laufe der Zeit möglichst in der Lage sein, selbst Zugang zum Regelsystem zu finden, um sich so auch selbst helfen zu können: „Die EU2-Projekte dienten und dienen weiterhin perspektivisch als Brückenbauer zwischen der Community und den Regelsystemen.“

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