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Änderungen im Corona-Testverfahren: Grundschulleiterinnen erleichtert

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Von: Volker Heyn

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Fenster und Maske auf, jeden Tag Tests in der Schule – so geht es nicht nur in der katholischen Grundschule (Foto) zu. Ab März müssen die Eltern die Kinder testen.
Fenster und Maske auf, jeden Tag Tests in der Schule – so geht es nicht nur in der katholischen Grundschule (Foto) zu. Ab März müssen die Eltern die Kinder testen. © Heyn, Volker

Bei den Grundschulleiterinnen in Werdohl herrscht eine gewisse Erleichterung. Ab dem 1. März fallen die täglichen Testungen in den Schulen weg, die Eltern müssen ihre Kinder stattdessen drei Mal in der Woche selbst zuhause auf Corona testen.

Für die Lehrerinnen bedeutet das, endlich wieder mehr Zeit für die eigentliche Aufgabe von Schule zu haben: Unterricht.

Nina Manns von der städtischen Gemeinschaftsgrundschule Werdohl, die zuletzt immer wieder von Überlastung und Überforderung des Systems Schule gesprochen hatte, ist halbwegs froh. „Für den Unterrichtsalltag ist das wirklich gut. Das entlastet uns als Schule ganz enorm.“ Sie und ihre Kolleginnen hoffen, dass die Eltern ihre Kinder auch wirklich zuhause testen würden. Die Kinder bekommen ab Freitag, 25. Februar, drei Testsets für die darauffolgende Woche mit nach Hause. Der 28. Februar ist Rosenmontag, da ist ein beweglicher Ferientag und schulfrei. Ab Dienstag, 1. März, soll dann in den Elternhäusern getestet werden. Die Eltern müssen in der nächsten Woche zwei Einverständniserklärungen unterschreiben: Die Schule braucht das Einverständnis, dass das Kind die drei Tests selbst mit nach Hause bringt. Und die Schule braucht eine Bescheinigung, dass die Eltern die Tests gewissenhaft zuhause durchführen. Wenn die Eltern das nicht unterschreiben, wird das Kind weiterhin in der Schule getestet.

Noch ein wenig Skepsis

„Es kommt etwas plötzlich, und vielleicht hätte man noch zwei oder drei Wochen warten sollen“, bleibt ein wenig Skepsis bei Nina Manns. „Unser Anliegen ist weiterhin, Schule so sicher wie möglich zu machen. Für die Eltern bedeute das zwar mehr Verantwortung, aber auch mehr Planbarkeit.“ Den Eltern gibt die Schulleiterin einen Vertrauensvorschuss: „Die haben das schließlich schon zwei Jahre mitgemacht.“

Maria Apprecht von der katholischen Grundschule St. Michael ist zuversichtlich: „Das wird auf jeden Fall besser.“ Sie findet es richtig, dass die Verantwortung für die Tests und deren korrekte Durchführung ab März bei den Eltern liegt und nicht mehr bei der Schule. Apprecht hat auch die emotionale Belastung der Kinder durch ein positives Testergebnis vor der ganzen Klasse im Blick. Viele Kinder hätten Angst vor Corona und wollten sich nicht anstecken, noch nicht einmal bei ihren Müttern. „Die dauernde Testerei und die unsicheren Ergebnisse machen uns alle nur verrückt“, so Apprecht.

Lollitests „waren sehr zuverlässig“

Britta Schwarze von der evangelischen Martin-Luther-Grundschule ist zwiegespalten: Einerseits sei der Wegfall der Tests in der Schule sehr gut, weil dann endlich wieder Zeit für Unterricht sei. Die Lollitests als PCR-Tests seien allerdings sehr zuverlässig gewesen, vor allem, wenn sie unter Beaufsichtigung der Lehrerinnen durchgeführt wurden. Schwarze: „Hoffentlich machen die Eltern die Tests auch gewissenhaft.“

Positiv sei auch, dass Kinder durch positive Testergebnisse nicht mehr bloßgestellt würden. Schwarze: „Neulich war wieder ein Kind rausgefischt worden, das Kind fing sofort an zu weinen und die ganze Klasse war in Angst und Aufruhr.“

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