470 Gesamtschüler üben für den Gang zur Wahlurne

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Der Sowi-Kurs von Martina Bodewig (2. v. r.) hatte die Juniorwahl organisiert. Darüber freute sich Schulleiter Reinhard Schulte (Mitte) ganz besonders.

Werdohl - „Diese Aktion ermöglicht, dass die Schüler den wichtigsten Teil der Demokratie miterleben “, unterstreicht Reinhard Schulte, Leiter der Albert-Einstein-Gesamtschule (AEG). 470 Jugendliche, die Schüler der Klassen 8 bis 13, haben im Rahmen der Juniorwahl ihre Stimmen abgegeben.

Träger der Juniorwahl, die seit 1999 in Deutschland angeboten wird, ist der Verein Kumulus, als Schirmherr fungiert Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert. 

Der Verein spricht im Vorfeld dieser Bundestagswahl von einer Rekordteilnahme bei der Juniorwahl – deutschlandweit beteiligen sich demnach 3478 Schulen, insgesamt also eine Million Jugendliche. Die Schüler der AEG nahmen zum ersten Mal teil. Den Gang zur Wahlurne ermöglichten ihnen acht Schüler des Sowi-Kurses, den die Pädagogin Martina Bodewig leitet. 

Für die Gesamtschüler war die Teilnahme an der Juniorwahl eine Premiere. 

Sie berichtet: „Die Idee kam im Unterricht auf, nachdem wir den Landtag in Düsseldorf besucht hatten.“ Das Projekt komme bei den meisten Schülern sehr gut an, unterstrichen Lars Jesiorowski und Abinash Selvarajah, die ihre Mitschüler gestern in dem zum Wahllokal umgestalteten Freizeitkeller in Empfang nahmen, und ihnen den Ablauf erklärten. „Es ist wie bei der richtigen Bundestagswahl“, erläuterte Lars Jesiorowski. 

Die Jugendlichen durften bisher noch nie wählen, allerdings hatten sie sich im Unterricht mit dem Thema beschäftigt

Die Organisatoren hatten im Vorfeld ein Wählerverzeichnis erstellt. Jeder Schüler, der gestern seine Kreuzchen setzen wollte, musste sich ausweisen, bevor er den Stimmzettel entgegen nehmen konnte. Insgesamt vier Wahlhelfer händigten ihren Mitschülern die Stimmzettel aus. Und da die Wahl für die Jugendlichen eine Premiere war, gab es auch Erläuterungen dazu. Der Sowi-Kursus hatte zudem für mehrere Wahlkabinen gesorgt und eine Helferin direkt neben der Wahlurne postiert. 

Sie achtete darauf, dass jeder Schüler seinen Stimmzettel – der übrigens dem „echten“ Bundestags-Stimmzettel bis auf die Größe genau nachempfunden ist – korrekt einwarf. Beim Auszählen – auch hier orientierten sich die Gesamtschüler an einer echten Wahl und überprüften das Ergebnis durch einen zweite Auszählung – durfte sich der Sowi-Kurs dann über Verstärkung durch weitere Schüler freuen. Wie die Wahl ausgegangen ist, bleibt allerdings vorerst noch das Geheimnis des Organisations-Teams: Das Ergebnis wird erst am Wahlsonntag im Internet veröffentlicht; und zwar um 18 Uhr, wenn alle Wahllokale geschlossen haben. 

Nachdem die Schüler ihre Kreuzchen gesetzt hatten, warfen sie ihre Stimmzettel in die Wahlurne ein.

Martina Bodewig erzählte, dass alle beteiligten Klassen im Unterricht auf die Juniorwahl vorbereitet worden seien. „Und sobald die Jugendlichen merken, dass sie mitbestimmen dürfen, sind sie an Politik interessierte. Sie stellen im Unterricht Fragen, die man als Lehrer ansonsten kaum zu hören bekommt.“ Reinhard Schulte freute sich, dass es in Zeiten einer sinkenden Wahlbeteiligung mit Hilfe der Juniorwahl gelinge, das Thema wieder ins Bewusstsein zu rücken. 

Die Teilnahme an der Juniorwahl ist für die Schulen kostenfrei; sie liegen allerdings bei 250 pro Schule und werden durch mehrere Projektpartner getragen: Deutscher Bundestag, Bundesministerium für Familie, Bundeszentrale für politische Bildung, Kultusministerien der Länder, Landeszentrale für politische Bildung, Stiftungen und private Förderer.

www.juniorwahl.de

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