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„Soziale Interaktion neu lernen“: Schulen und die Zeit nach den Corona-Einschränkungen

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Von: Carla Witt

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Die Drittklässler der Werdohler Grundschulen können sich bei den Sportfesten austoben, die an der AEG für sie organisiert werden.
Die Drittklässler der Werdohler Grundschulen können sich bei den Sportfesten austoben, die an der AEG für sie organisiert werden. © Witt

„Wir sind froh, auf ein so ereignisreiches Jahr zurückblicken zu können“, stellt Sven Stocks fest. Gemeinsam mit Pädagogin Marie Luise Trippe zieht der Leiter der Albert-Einstein-Gesamtschule eine Bilanz, die erstmals seit drei Jahren nicht mehr von der Corona-Pandemie geprägt war.

Werdohl – Viele Projekte, Veranstaltungen und Aktionen standen neben dem regulären Unterricht auf dem Programm. Besonders wichtig sei es dem Kollegium gewesen, allen Schülerinnen und Schülern nach der Pandemie dabei zu helfen, wieder in allen Bereichen Fuß zu fassen. „Zwei Jahre coronabedingte Einschränkungen haben ihre Spuren hinterlassen“, unterstreicht Stocks. Und das nicht nur mit Blick auf das schulische Lernen: „Viele Kinder und Jugendliche mussten die soziale Interaktion üben und neu lernen“, sagt der Schulleiter. Die Stärkung der Klassengemeinschaften seien auch dank der Mittel aus dem Programm „Aufholen und ankommen nach Corona“ durch besondere Aktionen möglich gewesen – beispielsweise gemeinsame Ausflüge in die Trampolinhalle oder ins Erlebnisbad Aquamagis. „Viele Kinder haben sich während der Pandemie weniger bewegt. Auch aus diesem Grund waren diese Ausflüge wichtig und gut.“

Regelmäßige Unterrichtseinheiten zum Thema Soziales Lernen, zusätzliche Förderstunden in verschiedenen Fächern und das Ferienprogramm Lernen hätten bereits eine Menge bewirkt. „Es ist sehr gut, dass das Programm verlängert wird“, stellt Marie Luise Trippe fest, dass auch im kommenden Jahr die Förderung nach der Pandemie weiter gehen soll. „Denn Rückstände aus zwei Jahren holt man nicht in einigen Monaten auf“, erläutert Stocks, dass es auch weiterhin Unterstützung für Schülerinnen und Schüler geben werde, die mit Homeschooling und den Begleitumständen Probleme hatten.

Ganz besonders hätten die Schüler und das Kollegium die Veranstaltungen an der Schule genossen, die in diesem Jahr „endlich wieder stattfinden konnten“: Den Tag der offenen Tür, den Weihnachtsbasar – und natürlich auch die Abschlussfeier für die Entlass-Schüler mit der gesamten Schulgemeinschaft.

Kontakte wiederbeleben

Um die Kontakte zu den Eltern nach der Pandemie-Zeit wieder zu beleben, ist in diesem Jahr das Elterncafé ins Leben gerufen worden, das zwei Mal pro Schulhalbjahr stattfinden soll. „Einen guten Draht zu den Eltern zu haben ist ein Teil unserer Philosophie“, unterstreicht Sven Stocks. „Die Eltern wollen, dass ihre Kinder in der Schule erfolgreich sind – und das wollen wir auch.“

Intensiv haben sich Sven Stocks und sein Team auch um die Kinder gekümmert, die noch nicht die Gesamtschule besuchen: Unter dem Motto „Hits für Grundschulkids“ fanden regelmäßig Aktionen für diese Zielgruppe statt: Basteln, eine Musikstunde und Backen standen beispielsweise auf dem Programm. Mint- und Sporttage in Kooperation mit den Werdohler Grundschulen sorgten für erlebnis- beziehungsweise bewegungsreiche Tage für Dritt- und Viertklässler.

Extra-Lernzeit nach Corona: Auch im kommenden Jahr geht die Förderung weiter.
Extra-Lernzeit nach Corona: Auch im kommenden Jahr geht die Förderung weiter. © Witt, Carla

Gemeinsam mit Gesamtschülern organisierten die Lehrer am Nikolaustag Vorleseprojekte an allen vier Grundschulstandorten für die Erst- und Zweitklässler. AEG-Vertreter besuchten alle Informationsveranstaltungen zum Schulwechsel an den Werdohler Grundschulen, um Fragen der Eltern sofort beantworten zu können.

Kennenlernwoche soll wieder stattfinden

Für diejenigen, die im Sommer am Riesei neu eingeschult wurden, startete in diesem Jahr erstmals ein ganz besonderes Pilotprojekt: Die neuen Fünfer konnten die letzte Ferienwoche an der Gesamtschule verbringen, das Gebäude und neue Mitschüler schon einmal kennenlernen. Schon jetzt ist sicher, dass es diese Kennenlernwoche auch 2023 wieder geben wird; lediglich der Termin steht noch nicht fest.

Das breite Angebot, die zahlreichen Aktionen und Projekte an der Schule würden von vielen Werdohlern sehr positiv wahrgenommen, berichtet der Schulleiter von positiver Resonanz. „Ich glaube, dass diese Schule gute Arbeit leistet und eine wirklich gute Wahl für die Kinder aus Werdohl und der Umgebung ist“, unterstreicht Stocks. Davon habe man viele Eltern auch persönlich und vor Ort überzeugen können: „Unsere Einzel-Schulführungen waren sehr beliebt. Die Anmeldequote unter den Teilnehmern dieser Führungen lag bei 100 Prozent.“

Nach diesem ereignisreichen Jahr – in dem außerdem das große schuleigene Fitness-Studio als Alleinstellungsmerkmal der Werdohler Gesamtschule eröffnet wurde – wird es nun langsam etwas ruhiger am Riesei. Pünktlich zum Weihnachtsfest freuten sich Marie Luise Trippe und Sven Stocks über den großen Erfolg der Wunschbaumaktion: „Etwa 90 Geschenke sind zusammengekommen.“ Gebefreudige Menschen haben Kindern aus finanziell schwächeren Familien und Flüchtlingskindern Weihnachtswünsche erfüllt.

Neues Konzept für Schulumfeld

Schulleitung und Kollegium blicken positiv ins neue Jahr – auf das kommende Anmeldeverfahren für die neuen Fünftklässler, aber auch auf die Skifreizeit im Januar, die nach zwei Corona-Jahren mit 55 Elftklässlern wieder stattfinden kann.

Große Pläne gibt es für 2023 ebenfalls: Der Schulhof, der mittlerweile in die Jahre gekommen ist, soll nach und nach verschönert werden. „Mit der Boulderwand und dem Klettergerüst haben wir den Schulhof zwar schon aufgepeppt, aber wir brauchen ein Gesamtkonzept, das dann in Etappen umgesetzt werden soll“, stellt der Schulleiter fest. Um diese umfangreiche Umgestaltung umsetzen zu können, sollen Fördertöpfe angezapft werden. Im Januar soll sich ein Landschaftsarchitekt das Umfeld der Schule anschauen – und dann Vorschläge für ein neues Konzept erarbeiten.

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