Äcker weichen Lagerhallen und Obstplantagen

Günter Buttighoffer.

WERDOHL ▪ Eine Fläche so groß wie Bonn, Köln und Leverkusen verloren die nordrhein-westfälischen Landwirte in den vergangenen zehn Jahren. Auch die Werdohler Landwirte mussten Fläche lassen. Doch: „Wir sind zum Glück nicht so stark von der Problematik betroffen, wie andere. Unsere Nachbarn aus Lüdenscheid und Heedfeld sind da schon ärmer dran“, erklärt Achim Noelle, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes. Wie das Statistische Landesamt Information und Technik heute bekannt gab, verringerte sich die Landwirtschaftsfläche in Werdohl um zwei Prozent. Die Waldfläche legte hingegen leicht um 0,5 Prozent zu.

„Für einige Landwirte im Kreis wird das in Zukunft ein echtes Problem werden. Schuld daran sind insbesondere die so genannten Ausgleichsflächen“, erklärt Kreislandwirt Günter Buttighoffer die Problematik. Jede Fläche die bebaut werde, müsse mindestens eins zu eins ausgeglichen werden. Firmen müssen manchmal sogar das dreifache ausgleichen: „Meist werden dafür Flächen genommen, die schlecht zu bewirtschaften sind, aber halt nicht immer. Und so fehlt nicht nur das bebaute Grundstück an sich, sondern gleich noch mehr.“

In der Landwirtschaft gelte der Grundsatz einer Großvieheinheit, sprich beispielsweise eine Kuh pro Hektar. Klar gelte das hauptsächlich für Milchviehhaltung, aber das Problem werde hier besonders deutlich. Die Landwirte seien gezwungen, mehr Tiere zu halten um zu überleben, gleichzeitig verringere sich die Fläche. „Wir können unseren Betrieb nur der Fläche angleichen. Wir brauchen die Wiesen“, so der Kreislandwirt. Schlimm werde es besonders dann, wenn auf Grund der Witterung wenig Futter auf den Weiden wachse. In Werdohl sind hiervon insbesondere drei große Milchviehbetriebe und ein Reitstall betroffen. „Sie selbst haben schon etliche Flächen hinzu gepachtet. Einen klassischen Großgrundbesitzer gibt es hier nicht“, berichtet Noelle.

Der Ortsverbandsvorsitzende zeigte sich insbesondere darüber erleichtert, dass vom Bau des Gewerbegebietes Rosmart hauptsächlich Wald und schlecht zu bewirtschaftendes Land betroffen gewesen sei. „Wir hoffen, dass es so bleibt. Momentan mache ich mit allerdings noch keine Sorgen“, so Noelle. ▪ Lydia Machelett

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