Überschüsse werden zurückgegeben

Abwassergebühr in Werdohl sinkt um zwölf Cent

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Die Gebühren für Abwasser werden 2019 in Werdohl noch einmal gesenkt. 

Werdohl - Eigentlich wird die Veränderung der Abwassergebühr ebenso wie die Veränderung der Müllgebühr stets während der letzten Sitzung des Hauptausschusses eines jeden Jahres beschlossen.

Über die ganz leichte Erhöhung der Müllgebühr wurde schon vor gut einer Woche entschieden, allerdings konnte die Verwaltung die Berechnung der Abwassergebühren bis dahin nicht vorlegen. Das ist erst jetzt geschehen in Vorbereitung auf die letzte Ratssitzung in diesem Jahr am kommenden Montag, 17. Dezember. Die gute Nachricht: Hier werden die Beiträge der Bürger für das Jahr 2019 noch stärker als im vergangenen Jahr sinken.

Wie wird die Abwassergebühr berechnet? 

Die Gebührenordnung für Abwasser ist ein Umlagehaushalt. Diesen Haushalt erstellt das Sondervermögen Abwasser bei der Stadt. Anders als bei der Abfallbeseitigung gibt es hier keinen Zweckverband. Unterschieden wird zwischen Industriekunden, die als Mitglied des Ruhrverbands direkt dorthin entsorgen, und den übrigen Werdohler Haushalten, die ins städtische Kanalnetz entwässern. Die Gebühren sollen jeweils nur die Kosten für den laufenden Betrieb decken. 

In früheren Jahren sind allerdings doch Überschüsse entstanden, die jetzt nach und nach an die Gebührenzahler zurückgegeben werden. Das hatte der Rat beschlossen. Deshalb sinken die Gebühren momentan. Geplant sind diese Rückzahlungen bis 2021.

Was tut sich bei den Gebühren im kommenden Jahr? 

Verglichen mit 2018 reduziert sich die Schmutzwasser-Gebühr 2019 für private Haushalte um zwölf Cent auf 2,86 Euro pro Kubikmeter. Das sind vier Prozent weniger. Im vergangenen Jahr lag die Absenkung gerade einmal bei einem Cent. Für Industriekunden sinkt die Schmutzwasser-Gebühr um sechs Cent auf künftig 1,22 Euro pro Kubikmeter, das sind sogar fünf Prozent. Im vergangenen Jahr war sie um zwei Cent gestiegen. Der Maßstab für die Schmutzwas-ser-Gebühr ist der Frischwasserverbrauch. 

Wie entwickelt sich die Niederschlagswasser-Gebühr? 

Die Gebühr für Niederschlagswasser, auch Regenwasser-Gebühr genannt, soll 2019 jeweils leicht gesenkt werden. Für Normalkunden um rund zwei Prozent von 97 Cent pro Quadratmeter auf künftig 95 Cent. Die vorjährige Preiserhöhung um denselben Betrag wurde damit wieder zurückgenommen. Dasselbe gilt für die Industriekunden, die statt aktuell 77 Cent ab Januar wieder nur 75 Cent zahlen, was einer Absenkung von rund drei Prozent entspricht. Berechnungsgrundlage ist hier die befestigte, abflusswirksame Grundstücksfläche. 

Welche befestigten Flächen fließen in die Berechnung ein? 

Bei den Industriekunden sind es insgesamt gut 165 000 Quadratmeter, bei den Nicht- Ruhrverbandsmitgliedern etwa 1,62 Millionen Quadrat- meter. Rund ein Drittel davon (536 000 Quadratmeter) ist der städtische Anteil in Form von öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen. Diese Zahlen haben sich nicht verändert. 

Was ändert sich für die stadtweit insgesamt 41 Besitzer von privaten Grundstücksentwässerungsanlagen? 

Die Grundgebühr wird zum wiederholten Male erheblich reduziert, die Betrag ist von 32,44 Euro auf 20 Euro im ablaufenden Jahr auf zukünftig nur noch 4,88 Euro in 2019 abgesenkt worden. Die Stadt gibt auf diese Weise Überschüsse aus den vergangenen Jahren an die Betreiber von Kleinkläranlagen weiter. Die Mengengebühr, die ein Unternehmen zum Abtransport und zur Entsorgung des Grubeninhalts bekommt, steigt von 27,61 Euro auf 28,19 Euro pro Kubikmeter. Die Kleineinleiterabgabe, die für privaten Kläranlagen anfällt, die nicht den anerkannten Regeln der Technik entsprechen (wie beispielsweise Sickergruben ohne Abfluss), bleibt mit 35,79 Euro pro sogenannter Schadeinheit unverändert.

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